Praxisstart mit großem Andrang – Dermatologin Henny Puschmann kämpft weiter um Kassenzulassung in Warnemünde


26. März 2026

Der Bedarf ist offensichtlich – und er ist groß: Als die Fachärztin für Dermatologie und Venerologie Henny Puschmann am 1. Oktober 2025 ihre Praxis „Dermatologie am Molenfeuer“ in der Lortzingstraße 18 eröffnete, wurde sie förmlich überrannt. Bereits in den ersten Wochen bildeten sich lange Schlangen vor der Tür. Kein Wunder, denn im Ostseebad gibt es keine weitere Hautarztpraxis.

Doch trotz des erfolgreichen Starts steht die junge Ärztin vor einer großen Herausforderung: der kassenärztlichen Zulassung. Bereits vor der Eröffnung hatte sich Puschmann um eine entsprechende Genehmigung bemüht – im Rahmen eines Sonderbedarfs, da alle verfügbaren Kassensitze bereits vergeben waren. In diesem besonderen Verfahren werden sämtliche niedergelassenen Dermatologen in Rostock dazu befragt. Im September erhielt sie von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) die Zusage für einen halben Kassensitz – ein wichtiger Schritt, um gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten behandeln zu können.

Die Freude währte jedoch nur kurz: Wenig später wurde die Genehmigung von der KV ausgesetzt und ruht seitdem. „Die Entscheidung der KV wurde aufgrund einer Gegenstimme von Kollegen ausgesetzt und wird nun vor dem Sozialgericht verhandelt“, so Henny Puschmann. Eine endgültige Entscheidung steht bis heute aus – der Prozess kann sich über Jahre hinziehen.

Trotz dieser Hürden gibt die 36-Jährige nicht auf. „Ich bleibe auf jeden Fall dran und möchte in Warnemünde eine Grundversorgung sicherstellen“, betont die Mutter von zwei Kindern. Ihr Ziel ist klar: Auch gesetzlich Versicherte sollen langfristig Zugang zu einer wohnortnahen dermatologischen Versorgung erhalten.

Aktuell ist das jedoch nicht möglich. Auf ihrer Webseite informiert die Ärztin, dass gesetzlich Versicherte bis auf Weiteres nicht behandelt werden können. Die Praxis darf derzeit ausschließlich privatärztliche Leistungen sowie Behandlungen für Selbstzahler abrechnen.

Die Realität vor Ort zeichnet jedoch ein anderes Bild: Während die Statistik eine ausreichende Versorgung suggeriert, schließen in ländlichen Regionen zunehmend dermatologische Praxen. Viele Patientinnen und Patienten weichen daher nach Rostock oder Schwerin aus – doch auch dort sind die Kapazitäten längst erschöpft.

„Ein halber Kassensitz würde etwa 700 Patientinnen und Patienten pro Quartal ermöglichen. Das ist nicht viel, aber immerhin ein Anfang“, erklärt Puschmann.

Der Rückhalt aus der Bevölkerung ist groß: Nach Pausierung der Zulassung durch einen Einspruch wurde eine Petition ins Leben gerufen. Innerhalb von nur zwei Wochen kamen mehr als 1.000 Unterschriften zusammen – ein deutliches Signal für den Bedarf vor Ort.

Fachlich bringt Henny Puschmann beste Voraussetzungen mit. Sie studierte Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und absolvierte ihre Facharztausbildung an der Universitätshautklinik Rostock. Dort ist sie weiterhin tätig, sodass aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in ihre Arbeit in Warnemünde einfließen.

Trotz bürokratischer Hürden und ungewisser Perspektiven bleibt Puschmann entschlossen. Ihr Engagement zeigt: Der Kampf um eine bessere medizinische Versorgung in Warnemünde ist noch lange nicht vorbei.


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