Nach dem Baustellenjahr 2025: So plant Warnemünde für 2026


27. Januar 2026

Welche Bauvorhaben 2026 in Warnemünde anstehen und wie Stadt und Versorger und Politik auf die Erfahrungen des Vorjahres reagieren, war zentrales Thema der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen. Nach den teils massiven Einschränkungen im Umfeld der Heinrich-Heine-Straße, der Mühlenstraße und des Kirchenplatzes im Jahr 2025 wurde das Baugeschehen umfassend ausgewertet – mit klaren Konsequenzen.

„Wir haben die Abläufe intensiv analysiert, auch gemeinsam mit der Senatorin sowie den Geschäftsführungen der beteiligten Unternehmen“, erklärte Heiko Tiburtius, Leiter des Rostocker Tiefbauamtes. Ziel sei es, das Baujahr 2026 unter einer saisonalen Gesamtbetrachtung neu zu ordnen und zeitliche Abläufe besser aufeinander abzustimmen.

Verbindliche Sommerpause soll entlasten

Eine der wichtigsten Lehren aus dem vergangenen Jahr ist die Einführung einer festen Sommerpause. In der Hauptsaison von Anfang Juli bis Ende August sollen in Warnemünde keine größeren Straßenbaumaßnahmen stattfinden. Acht Wochen lang sollen zentrale Verkehrsachsen befahrbar bleiben, um Anwohner, Gewerbetreibende und den Tourismus spürbar zu entlasten.

Gerade die Rostocker Straße steht dabei im Fokus. Sie soll in diesem Zeitraum unbedingt offen bleiben. Ob dieses Ziel erreicht wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen in Abstimmung mit den bauausführenden Unternehmen. Witterungseinflüsse oder krankheitsbedingte Ausfälle seien jedoch weiterhin Faktoren, die sich nicht vollständig steuern lassen, so Tiburtius.

Rostocker Straße bleibt zentrales Bauprojekt

Das wichtigste Vorhaben des Tiefbauamtes im Jahr 2026 ist die Fertigstellung der Rostocker Straße. Seit März 2025 laufen hier umfangreiche Gemeinschaftsarbeiten von Nordwasser, Stadtwerken und Stadtverwaltung. Neben der Sanierung der Trinkwasserleitungen werden Schmutz- und Regenwasserkanäle neu gebaut und Fernwärme verlegt. Anschließend ist eine komplette Erneuerung der Fahrbahndecke vorgesehen.

Der Zeitplan sieht eine Fertigstellung bis Mai 2026 vor, idealerweise noch vor der Sommerpause. Allerdings zeichnen sich Probleme bei der Straßenentwässerung ab. Sollte sich herausstellen, dass hier größere Eingriffe notwendig sind, könnten sich die abschließenden Arbeiten auf die Zeit nach der Sommerpause verschieben. Klar ist für das Tiefbauamt jedoch: Während der Sommermonate soll die Straße befahrbar bleiben.

Weitere Sanierungen im Warnemünder Straßennetz

Auch abseits der Rostocker Straße müssen sich Anwohner 2026 auf Einschränkungen einstellen. Nordwasser plant in der Alten Bahnhofstraße eine umfangreiche Trinkwassersanierung auf rund 300 Metern Länge. Der dortige Leitungsbestand ist stark schadensanfällig und erfordert dringend eine Erneuerung. Die Arbeiten sollen ab September 2026 beginnen und bis Mitte 2027 dauern. Gebaut wird abschnittsweise, um den Verkehr möglichst lange aufrechtzuerhalten.

In der Richard-Wagner-Straße zwischen den Hausnummern 1 und 3 ist ab September 2026 eine kleinere Maßnahme mit halbseitiger Sperrung vorgesehen. Hintergrund ist die Außerbetriebnahme einer historischen Schmutzwasser-Schleppleitung, die bislang immer wieder zu Rückstauproblemen geführt hat.

Fernwärmeausbau geht weiter

Parallel dazu treiben die Stadtwerke Rostock den Fernwärmeausbau in Warnemünde weiter voran. „Wir haben den Ring bis zur Fritz-Reuter-Straße aufgebaut und konzentrieren uns nun auf die Netzstabilisierung und weitere Anschlussmöglichkeiten“, erklärte Suzanne Brandner von der Stadtwerke Rostock AG im Ortsbeirat.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Wachtlerstraße, die noch 2026 fertiggestellt werden muss, da Kunden in der Heinrich-Heine-Straße an die Fernwärme angeschlossen werden sollen. Während der Warnemünder Woche und der Hanse Sail ist eine Baupause vorgesehen. Auch Arbeiten in der Schillerstraße und im Bereich der Kurhausstraße sind eingeplant, stets in enger Abstimmung mit der RSAG, damit der Busverkehr gewährleistet bleibt.

Fritz-Reuter-Straße: Schwierige Planung mit Blick auf den Baumbestand

Noch nicht entschieden ist, ob und wann die Fritz-Reuter-Straße in einer großen Gemeinschaftsmaßnahme angefasst wird. Hier planen Nordwasser und Stadtwerke umfangreiche Leitungsarbeiten in der Tiefe. Gleichzeitig stellt der gewachsene Baumbestand eine besondere Herausforderung dar.

„Unsere klare Vorgabe ist: Die Bäume sollen erhalten bleiben“, betonte Tiburtius. Ob dies auch technisch umsetzbar ist, wird derzeit gemeinsam mit Planern, Fachgutachtern und dem Amt für Stadtgrün geprüft. Tiefe Baugruben, mögliche Grundwasserabsenkungen und die Auswirkungen auf die Wurzeln müssen sorgfältig abgewogen werden. Ergebnisse dieses Prüfprozesses sollen zu einem späteren Zeitpunkt erneut im Ortsbeirat vorgestellt werden.

Mehr Koordination, mehr Transparenz

Trotz des intensiven Baugeschehens setzt die Stadt für 2026 auf bessere Abstimmung, realistischere Zeitpläne und frühzeitige Information der Anwohner. Das klare Signal aus der Ortsbeiratssitzung: Die Erfahrungen aus 2025 sind in die Planung eingeflossen – und Warnemünde soll trotz Baustellen lebenswert und erreichbar bleiben.


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