Sonnenschutz direkt dort, wo er gebraucht wird: Seit Mitte Juli können sich Strandgäste in Warnemünde kostenlos mit Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 versorgen. Ein öffentlich zugänglicher Sonnencreme-Spender an der Strand Arena Warnemünde und der Wal-Strandbar wurde zwischen dem 14. Juli und dem 20. August insgesamt 7.659-mal genutzt. Dabei wurden rund neun Liter Sonnencreme ausgegeben. Gleichzeitig konnten durch das Spendersystem rund 18 Kilogramm Kunststoffverpackungen eingespart werden.
Der Sonnencreme-Spender ist Teil eines gemeinsamen Pilotprojekts des Comprehensive Cancer Center Mecklenburg-Vorpommern (CCC-MV), der Wal-Strandbar und der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde (Visit Rostock). Das CCC-MV koordiniert die Aktion gemeinsam mit dem belgischen Anbieter Sundo, der auf öffentlich zugängliche Sonnencremespender spezialisiert ist. Zum Einsatz kommt eine hypoallergene Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50.
Hintergrund der Aktion ist die zunehmende Bedeutung der Hautkrebsprävention. Hautkrebs gehört zu den fünf häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Besonders die Zahl der Neuerkrankungen am malignen Melanom, dem sogenannten schwarzen Hautkrebs, ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. UV-Strahlung gilt dabei als wichtiger vermeidbarer Risikofaktor.
„Sonnenschutz muss dort stattfinden, wo Menschen der Sonne besonders ausgesetzt sind. Der Warnemünder Strand ist ein Ort, an dem die Nutzung besonders wichtig ist“, sagt Ulrike Döring von der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde. Die Initiative des CCC-MV sei eine gute Möglichkeit, die Gäste dabei zu unterstützen, ihren Aufenthalt gesund und sorglos zu genießen.
Auch Christoph Krause von der Wal-Strandbar zieht eine positive Bilanz: „Die Nutzungsdaten zeigen, wie wertvoll das Angebot für die Strandgäste ist. Und für uns ist klar: Wenn wir dafür sorgen können, dass Menschen sich besser vor der Sonne schützen, machen wir das gerne.“
Wie stark das Angebot angenommen wird, zeigt insbesondere der Blick auf einzelne Tage. Der stärkste Nutzungstag im ausgewerteten Zeitraum war der 9. August 2026 mit insgesamt 778 Pumpvorgängen. An diesem Tag wurden ein UV-Index von 6 und eine Temperatur von 26,2 Grad Celsius gemessen.
Die erhobenen Daten sind nicht nur für die Bewertung des Angebots interessant, sondern auch für die wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojekts. Untersucht werden soll unter anderem, welchen Einfluss unterschiedliche Umweltbedingungen auf das Sonnenschutzverhalten haben. Dabei geht es um die Frage, ob objektive Faktoren wie der UV-Index oder eher subjektiv wahrgenommene Bedingungen – etwa Wind oder die gefühlte Temperatur – die Nutzung des Spenders beeinflussen.
„Sonnencremespender sind eine sehr niedrigschwellige Möglichkeit der Hautkrebsprävention“, sagt Johanna Schmidt, wissenschaftliche Koordinatorin der Aktion am CCC-MV. Der Zugang zur Sonnencreme sei unabhängig von Alter, Einkommen oder Herkunft möglich. Die gewonnenen Daten könnten zudem dazu beitragen, Präventionsangebote künftig noch gezielter an die jeweiligen Bedingungen und Standorte anzupassen.
Ob das Angebot künftig auf weitere Standorte an Rostocks Stränden ausgeweitet wird, ist derzeit Gegenstand von Gesprächen. Die bisherigen Nutzungszahlen sprechen jedenfalls für eine positive Resonanz. „Die Nutzung verdeutlicht, dass dieser Service einen großen Mehrwert für die Gäste unserer Strände darstellt. Wir prüfen aktuell, ob eine Ausweitung dieses Angebots realisierbar ist“, so Ulrike Döring.
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