Historischer Leuchtturmversorger „Gamle Oksøy“ läuft in Warnemünde ein


09. Juni 2026

Pünktlich um 10 Uhr machte heute die Gamle Oksøy am Neuen Strom von Warnemünde fest. Der historische norwegische Leuchtturmversorger befindet sich derzeit auf einer mehrwöchigen Reise entlang der europäischen Küsten und macht dabei Station in zahlreichen Hafenstädten. In Warnemünde wurde die Besatzung herzlich vom Förderverein Leuchtturm Warnemünde empfangen.

Das 41,4 Meter lange Schiff wurde 1962 in Haugesund für die norwegische Leuchtturmdirektion, die heutige Küstenverwaltung, gebaut. Seine Aufgabe bestand darin, die zahlreichen Leuchtturm- und Signalstationen entlang der norwegischen Küste mit Kerosin und Gas zu versorgen. Dafür verfügte die Gamle Oksøy über große Tankkapazitäten. Darüber hinaus befindet sich an Bord eine Werkstatt, damit Bojen, Pfähle und andere Seezeichen gewartet und repariert werden konnten.

Bis heute sind viele originale Ausstattungsmerkmale erhalten geblieben. Elf Mannschaftskabinen, Kombüse und Kantine zeugen vom Arbeitsalltag vergangener Jahrzehnte. Selbst der ursprüngliche Achtzylinder-Hauptmotor befindet sich noch immer in einem bemerkenswert guten Zustand.

Schwimmendes Zeugnis maritimer Geschichte

Bis 1996 stand die Gamle Oksøy im aktiven Dienst der norwegischen Küstenverwaltung. Nach ihrer Ausmusterung wurde das Schiff sorgfältig erhalten und gepflegt. Heute befindet es sich im Eigentum des Leuchtturmmuseums Lindesnes und des Küstenmuseums, die das schwimmende Denkmal gemeinsam betreiben.

Die aktuelle Sommerreise begann am 27. Mai in Kristiansand und führt das Museumsschiff durch zahlreiche europäische Häfen. Nach Stationen in Dänemark, Schweden, Estland, Litauen und Polen machte das Schiff unter anderem in Sassnitz und nun auch in Warnemünde fest. Weitere Ziele sind Hamburg, Cuxhaven, die Niederlande, Frankreich, Großbritannien und Dänemark. Die Rückkehr nach Kristiansand ist für den 2. Juli geplant.

Europäische Leuchtturmroute soll gestärkt werden

Mit der Reise verfolgt die Besatzung weit mehr als nur touristische Ziele. Im Mittelpunkt steht die Vernetzung europäischer Leuchtturmstandorte und die Stärkung des gemeinsamen maritimen Kulturerbes.

„Mit der Sommerreise wollen wir die Zusammenarbeit der europäischen Leuchtturmstandorte stärken, das maritime Erbe als Teil unserer gemeinsamen europäischen Geschichte sichtbar und das Netzwerk bekannter machen. Gleichzeitig soll die Reise Menschen in den Küsten- und Leuchtturmgemeinden miteinander ins Gespräch bringen“, erklärt Mathias Stagat, Vorsitzender des Fördervereins Leuchtturm Warnemünde.

Mittelfristiges Ziel der Initiative ist die Anerkennung der Europäischen Leuchtturmroute als Kulturroute des Europarates. Das Thema Leuchttürme ist in diesem renommierten Netzwerk bislang noch nicht vertreten. Vorbilder sind etablierte Kulturrouten wie der Hansetag, die Route der Backsteingotik oder der Jakobsweg, die europaweit erfolgreich kulturelle und historische Verbindungen sichtbar machen.

Neue Fotoausstellung im Warnemünder Leuchtturm

Passend zum Besuch der Gamle Oksøy gibt es auch im Warnemünder Leuchtturm Neues zu entdecken. Erstmals werden dort sechs Fotografien des Leuchtturmbotschafters André Kroboth präsentiert. Die Aufnahmen entstanden während seiner Bretagne-Leuchtturmtour im Herbst vergangenen Jahres.

Über QR-Codes können Besucher direkt vor Ort zusätzliche Informationen zu den jeweiligen Leuchttürmen abrufen und so noch tiefer in die faszinierende Welt der europäischen Seezeichen eintauchen.


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