Heimatmuseum rückt Sport in den Fokus und bittet um Mithilfe

Christoph Wegner (l.) und Eckart Peters mit dem Sportalbum des „Männer Turnverein Warnemünde“. Es wurde dem Heimatmuseum durch die Warnemünder Familie Stalbohm überreicht.Christoph Wegner (l.) und Eckart Peters mit dem Sportalbum des „Männer Turnverein Warnemünde“. Es wurde dem Heimatmuseum durch die Warnemünder Familie Stalbohm überreicht.23. April 2018

Das Warnemünder Heimatmuseum plant für den Frühsommer des kommenden Jahres eine neue Sonderausstellung. Der Arbeitstitel steht bereits fest und lautet auf „Warnemünder Sportgeschichte.“

Die Idee für diese neue Sonderausstellung wurde schon vor Jahren, gemeinsam mit der ehemaligen Museumsleiterin, Kathrin Möller, „ausgebrütet“. Ihr Nachfolger, Christoph Wegner, trat das Erbe an und setzt sie jetzt in die Tat um. Tatkräftige Unterstützung erfährt er dabei durch den leidenschaftlichen Chronisten Eckart Peters, der sich die Erforschung Warnemünder Sportvereine – auch solcher, die es gar nicht mehr gibt – zur Aufgabe gemacht hat. Die Rahmenbedingungen sind denkbar schwierig, denn Vereinschroniken aus dem 19. und 20. Jahrhundert liegen nicht vor. Auch Vereinszeitungen aus der damaligen Zeit gibt es kaum. „Seit 2009 habe ich aus diesem Grunde schon viel Zeit in der Rostocker Uni-Bibliothek zugebracht“, bekennt der agile 79-Jährige, der seit 1955 beim SV Warnemünde Leichtathletik organisiert ist und selbst noch vier Mal pro Woche jeweils acht Kilometer läuft.

Der erste Sportverein Warnemündes war seinen Recherchen zufolge der „Männer Turnverein Warnemünde“, gegründet im November 1887 mit 46 Mitgliedern im Turnlokal des Herrn Scheel in der Alexandrinenstraße 6. In einer Pressemeldung vom 22. November 1887 – auch darauf stieß Peters im Rahmen seiner  Nachforschungen – heißt es dazu: „… Es ist umso erfreulicher, daß hier ein solcher Verein ins Leben getreten ist, als es in Warnemünde den jungen Leuten bisher an einer Geselligkeit fehlte, welche künftig neben dem eigentlichen Zweck, der Pflege des Turnens , ihre Stelle finden soll. …“  Dass es beim Vereinssport nicht nur um körperliche Ertüchtigung geht, war demnach schon im 19. Jahrhundert bekannt.

Geradezu akribisch hat Eckart Peters in den vergangenen Jahren viele Informationen über die Warnemünder Sportvereine zusammengetragen. Es existiert eine „Zeitreise durch die historische Entwicklung der vielfältigen und zahlreichen Warnemünder Sportvereine von 1887 bis März 2014“. Ablesbar sind hier viele Neugründungen, 1925 etwa der Warnemünder Segel-Club, aber auch Auflösungen, wie die des „Verein für Leibesübungen Warnemünde“ im Oktober 1945. Im Januar 1992 erfolgte – auch das ist in der Chronologie nachzulesen – die Umbenennung des „Sportverein Warnowwerft Warnemünde“ in den heutigen „SV Warnemünde“.      

Um die Sonderausstellung im kommenden Jahr möglichst umfassend und vielfältig gestalten zu können, bitten der Museumsleiter Christoph Wegner und Hobbychronist Eckart Peters jetzt die Warnemünder – auch ehemalige – um Mithilfe: „Wir suchen alles, was in alteingesessenen Warnemünder Familien von ehemals sportlich aktiven Eltern, Groß- oder Urgroßeltern zu finden ist: alte Unterlagen, Zeitungsausschnitte und Fotos aber auch Urkunden, Medaillen und Pokale, Vereinsembleme oder ähnliche Dinge“, lautet ihr Aufruf. Das Heimatmuseum freut sich auf eine große Resonanz und kann telefonisch unter 03 81 / 526 67 oder per E-Mail an kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de kontaktiert werden. Natürlich müssen die oft im Familienbesitz befindlichen Exponate nicht in den Bestand des Museums übergehen und können dort als Leihgaben ausgestellt werden.

Das Sportalbum des „Männer Turnverein Warnemünde“ befindet sich schon m Besitz des Heimatmuseums. Im Album per Foto dokumentiert ist auch der Sieg von Gerda Kleist über 100 Meter mit Landesrekord in 13,3 Sekunden. Tochter Ingrid Dittrich ging mit Eckart Peters einst gemeinsam zur Schule und fand noch eine alte Urkunde ihrer Mutter.



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