Die Hauptsaison in Rostock und seinen Seebädern neigt sich langsam dem Ende entgegen – Zeit für eine Zwischenbilanz. Wie haben sich die Aufgaben der Ordnungskräfte in den vergangenen Wochen und Monaten entwickelt? Und welche Verstöße beschäftigen die Strandvögte in Warnemünde ganz besonders?
Nach Auskunft des Rostocker Stadtamtes haben sich die Tätigkeitsschwerpunkte der beiden Strandvögte im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert. Neben der Ahndung von Verstößen gegen die Strandsatzung steht vor allem die Gefahrenabwehr im Mittelpunkt. Dazu zählen insbesondere Situationen, in denen Leib und Leben gefährdet sind – etwa das unerlaubte Baden bei rot beflaggtem Strand oder die Unterstützung bei der Suche nach vermissten Personen.
Den größten Teil der festgestellten Fälle machen jedoch Ordnungswidrigkeiten aus. Besonders häufig geht es um das unerlaubte Betreten der Dünen und um das Mitführen von Hunden an Strandabschnitten, an denen dies nicht gestattet ist.
Beim Thema Hunde setzen die Strandvögte in diesem Jahr zunächst verstärkt auf Aufklärung. Grund dafür ist eine Änderung der Strandsatzung, durch die sich die ausgewiesenen Strandbereiche im Vergleich zum Vorjahr verschoben haben. Wiederholte Verstöße werden jedoch weiterhin als Ordnungswidrigkeit zur Anzeige gebracht.
Anders sieht es beim Betreten der Dünen aus. Hier hat sich an den entsprechenden Regelungen nichts geändert. Deshalb werden Verstöße in der Mehrzahl der Fälle auch angezeigt.
Auch die Einhaltung der Badeverbote gehört zu den wichtigen Aufgaben der Ordnungskräfte. Der Bereich der Westmole wurde zusätzlich beschildert, um das dort dauerhaft geltende Badeverbot noch deutlicher zu machen.
Aufgrund der Witterung mussten in diesem Jahr zudem immer wieder Badeverbote für weitere Strandabschnitte ausgesprochen werden. Sowohl die Strandvögte als auch die Wasserwacht stellten dabei zahlreiche Verstöße fest und mussten Badegäste auf die geltenden Verbote und die damit verbundenen Gefahren hinweisen.
Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) setzt dabei zunächst auf Aufklärung und ausführliche Belehrung. Erst bei wiederholten Verstößen werden Ordnungswidrigkeiten angezeigt. Diese können in der Regel mit einem Bußgeld von mindestens 150 Euro geahndet werden. Im laufenden Jahr wurden nach Angaben des Stadtamtes in diesem Zusammenhang bislang keine Ordnungswidrigkeitsanzeigen gefertigt.
Eine Entwicklung fällt dem KOD im Vergleich zum Vorjahr allerdings auf: Die Zahl der durch die Strandvögte festgestellten Straftaten steigt. In diesen Fällen muss die Polizei hinzugezogen werden.
Auch der Umgang mit uneinsichtigen Betroffenen stellt die Ordnungskräfte zunehmend vor Herausforderungen. Nach Angaben des Stadtamtes kommt es teilweise zu verbalen und sogar körperlichen Aggressionen gegenüber den Einsatzkräften.
Gleichzeitig betont das Stadtamt, dass sich die Zahl der Ordnungswidrigkeiten und Straftaten insgesamt in einem für einen stark frequentierten Tourismusort üblichen Rahmen bewege.
Für Entlastung sorgt in dieser Saison eine personelle Verstärkung: Erstmals werden die Strandvögte durch Saisonkräfte des Kommunalen Ordnungsdienstes unterstützt. Die geringfügig Beschäftigten sind während der Tourismussaison sowohl in der Verkehrsüberwachung als auch begleitend bei den Strandvögten im Einsatz.
Eine wichtige Funktion übernehmen sie dabei als Zeugen im Rahmen des Vier-Augen-Prinzips. Aus Sicht des Stadtamtes hat sich die personelle Situation durch diese zusätzliche Unterstützung deutlich verbessert.
Dass gerade am Warnemünder Strand ein hoher Bedarf an Präsenz besteht, hat mehrere Gründe: Durch die zentrale Lage und die unmittelbare Nähe zum Ortskern ist der Strand deutlich stärker frequentiert als die Strände auf der östlichen Seite der Warnow. Warnemünde ist zudem sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn hervorragend zu erreichen und zieht dadurch zahlreiche Tagesgäste und Urlauber an. Hinzu kommen zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte, die zusätzliche Besucher in den beliebten Rostocker Ortsteil locken.
Für die Strandvögte bedeutet das vor allem eines: Auch wenn die Hauptsaison langsam ausläuft, bleiben ihre Aufgaben vielfältig. Zwischen Badeverboten, Hunden am Strand, geschützten Dünen und der allgemeinen Gefahrenabwehr geht es dabei nicht nur um die Einhaltung von Regeln, sondern vor allem um Sicherheit und ein möglichst konfliktfreies Miteinander am Warnemünder Strand.
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