Eine der großen Stärken und Besonderheiten des Ostseebads Warnemünde ist, dass sich für wichtige Projekte und Anliegen Menschen und Institutionen zusammenschließen.
Das zeigt sich auch bei einer Veranstaltung im Vorfeld der bevorstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Die Akteure betonen jedoch, dass die Veranstaltung keinen parteipolitischen Charakter trägt. „Das Event heißt ‚Kunst, Dialog und Zukunft‘ und findet am Freitag, 28. August, um 15.30 Uhr in der Warnemünder Kirche statt“, informiert Björn Haß, Mitorganisator des Warnemünder Kunstateliers am Kirchenplatz.
Gemeinsam mit einer Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Atelier entstand eine Kooperation mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Warnemünde-Lichtenhagen und der Ecolea-Schule Warnemünde. „Gemeinsam sind wir ja stärker“, betont Björn Haß.
Hinter der Idee „Kunst, Dialog, Zukunft“ stehen unter anderem die bedrohliche Weltlage und die zunehmende Verhärtung der Fronten zwischen vielen Menschen. Viele wissen gar nicht mehr, wie sie miteinander ins Gespräch kommen können. „Deswegen haben wir uns überlegt, dass der Weg über die Kunst ein guter Ansatz dafür sein kann“, erklärt Björn Haß. „Kunst eröffnet Wege, die anderswo nicht mehr möglich sind.“
Auch Warnemündes Pastor Stephan Fey beobachtet, dass in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Miteinanders zunehmend polarisiert wird. „Aber wir können keine Polarisierung in der Gesellschaft brauchen“, betont er.
Von dem künstlerischen Dialog erhoffen sich die Beteiligten, wieder über die Zukunft ins Gespräch zu kommen, statt lediglich spalterische Kommentare auszutauschen. Im Zusammenhang mit der Ausstellung wird es deshalb auch einen Gedankenbaum geben, an dem Gäste und Beteiligte ihre Wünsche, Ängste und Hoffnungen zum Ausdruck bringen können.
Als Partner haben die Künstler bewusst Pastor Stephan Fey und die Evangelische Kirche Warnemünde sowie für den Bereich Bildung die Ecolea-Schule gewählt.
„Eine Kollegin hat das Projekt angeschoben, das ich übernommen habe. Weil ich gerade mit zwei neunten Klassen ein Projekt mit Plakaten zum Thema Demokratie mache, hat es gut gepasst“, sagt Ecolea-Kunstlehrerin Uta Voss. „Die Schülerinnen und Schüler sollen dadurch merken, dass sie und ihre Meinung öffentlich wahrgenommen werden.“
Etliche Arbeiten sind so gestaltet, dass ihre Betrachtung durch den Einsatz von QR-Codes interaktiv wird. Auf diesem Weg können beispielsweise Texte zum Grundgesetz und zur Demokratie aufgerufen werden.
Pastor Stephan Fey freut sich ebenfalls darüber, dass für die Aktion Akteure aus den Bereichen Kunst, Bildung und Kirche zusammenarbeiten. Er hat angekündigt, dass die Ausstellung noch einige Zeit über die Wahl hinaus in der Kirche zu sehen sein wird. „Die Gäste können die Arbeiten betrachten, dazu meditieren oder darüber miteinander ins Gespräch kommen“, sagt der Warnemünder Theologe.
„Mir war es ein wichtiges Anliegen, damit auszudrücken, dass wir keine Polarisierung in der Gesellschaft brauchen, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Das steht im Grundgesetz und ist zugleich eine zutiefst christliche Überzeugung: dass das schwächste Glied in der Gesellschaft nicht nur existieren, sondern wirklich in Würde leben kann.“
Uta Voss ergänzt, wie wichtig es sei, sich untereinander menschlicher zu verhalten und sich nicht gegeneinanderzustellen. Sie ist überzeugt: „Wenn wir eine Vielfalt haben, sind wir resilienter. Wir brauchen die Vielfalt in der Gesellschaft.“
Neben den Schülerinnen und Schülern der Ecolea-Schule sind acht Kunstschaffende des Kunstateliers beteiligt. „Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit Demokratie, Krieg und Frieden – wir alle wollen Frieden. Das ist eine der Botschaften der Werke und der Veranstaltung“, sagt Björn Haß.
Das Event ist mit der Hoffnung verbunden, dass Menschen wieder miteinander ins Gespräch kommen – als Menschen und nicht als Parteibücher. Alle Beteiligten möchten damit einen Beitrag zum Meinungspluralismus leisten, gerade auch vor dem Hintergrund einer zunehmenden Bedrohungslage in der Welt.
Neben der Ausstellung steht ein Talk mit Pastor Stephan Fey, der Künstlerin Ute Kleist für das Kunstatelier sowie Uta Voss und Schülerinnen der Ecolea-Schule auf dem Programm. Moderiert wird die Gesprächsrunde von Frieda Bruhn. Ute Kleist beschäftigt sich in ihren aktuellen Arbeiten intensiv mit den Themen Krieg und Frieden.
Für Live-Musik sorgen Krogmann und Karlie. Im Anschluss laden die Künstler zu einem Sommerfest in das Kunstatelier ein.
Maria Pistor
Kommentieren Sie den Artikel
Vielen Dank für den schönen Bericht und das neugierig machen zu unserem Event in Warnemünde.
Wir freuen uns sehr darauf Menschen, Kunst und Kultur zu verbinden und in Warnemünde erlebbar zu machen.