Wie lebt es sich dort, wo andere Urlaub machen? Genau das möchte die Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde jetzt genauer wissen – und startet eine Einwohnerbefragung.
Alle Menschen mit Wohnsitz im Rostocker Stadtgebiet sind eingeladen, online ihre Meinung zu sagen und so die Zukunft des Tourismus aktiv mitzugestalten.
Der Tourismus in Rostock wächst seit Jahren. Nach dem Rekordjahr 2024 mit 2,23 Millionen Übernachtungen und 862.000 Ankünften wird für 2025 sogar ein neuer Höchststand erwartet. Für die Stadt ist das wirtschaftlich eine gute Nachricht.
Doch Zahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte.
„Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Rostock. Aber der Erfolg bemisst sich nicht allein an Gästezahlen oder Übernachtungen“, sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm. „Entscheidend ist, dass sich die Menschen, die hier leben und arbeiten, wohlfühlen. Nachhaltiger Tourismus entsteht im Dialog – nicht am Schreibtisch.“
Mit einer kurzen Online-Umfrage sollen Einschätzungen zu positiven Effekten, aber auch zu Problemen gesammelt werden. Themen sind unter anderem Lebensqualität in den Stadtteilen, Mobilität, Natur, Begegnungen zwischen Gästen und Einheimischen sowie die Entwicklung der Stadt.
„Wir profitieren von gepflegten Stränden, öffentlichen Toiletten oder Veranstaltungen. Gleichzeitig erleben wir im Sommer auch volle Straßen und lange Schlangen“, sagt Mila Zarkh, Nachhaltigkeitsmanagerin der Tourismuszentrale. „Die Menschen vor Ort wissen am besten, wie sich der Tourismus auf den Alltag auswirkt.“
Ein besonderer Fokus liegt auf der sozialen Nachhaltigkeit: Wie gelingt das Miteinander zwischen Gästen und Einheimischen? Wo gibt es Spannungen, wo Chancen?
„Tourismus soll die Lebensqualität stärken. Es geht um Respekt, faire Nutzung öffentlicher Räume und echte Beteiligung. Nur wenn die Menschen hinter der Entwicklung stehen, kann sie langfristig erfolgreich sein“, so Mila Zarkh.
Die Umfrage ist bewusst kompakt gehalten und setzt auf ehrliche, persönliche Rückmeldungen. Sie läuft noch bis zum 15. April.
Denn am Ende gilt: Erfolgreich ist der Tourismus nur dann, wenn auch die Rostockerinnen und Rostocker gern in ihrer Stadt leben.
Kommentieren Sie den Artikel