Ein Stück Warnemünde mitten in Sachsen: Leuchtturm-Fan baut Warnemünder Wahrzeichen nach


09. Oktober 2026

Gerald Nepp aus Freiberg hat den Warnemünder Leuchtturm im Maßstab 1:10 nachgebaut. Fünf Jahre lang arbeitete der 70-Jährige an seinem ungewöhnlichen Herzensprojekt. Anfang Oktober wurde der rund 3,20 Meter hohe Nachbau feierlich eingeweiht.

Gerald Nepp und seine Frau Birgit aus Freiberg in Sachsen sind große Leuchtturmfans. Besonders angetan hat es ihnen der Warnemünder Leuchtturm. Immer wieder besuchten die beiden das Ostseebad und standen vor dem markanten Wahrzeichen am Meer. Vor rund zehn Jahren entstand daraus eine ungewöhnliche Idee.

„Wenn ich im Ruhestand bin, werde ich den Leuchtturm nachbauen“, sagte Gerald Nepp damals während eines Spaziergangs in der Seestraße zu seiner Frau. Gesagt, getan: 2020 begann der heute 70-Jährige, sich intensiver mit der Planung zu beschäftigen. Ein Jahr später wurde die Bodenplatte gesetzt und das Projekt nahm Gestalt an.

Fünf Jahre lang wurde gebaut, getüftelt und immer wieder nach Lösungen gesucht. Bis zum 30. September 2026 arbeitete Nepp an seinem Leuchtturm. Entstanden ist ein rund 3,20 Meter hoher und detailgetreuer Nachbau des Warnemünder Originals im Maßstab 1:10.

Beton, Holz, Granit, Fliesen, Kupferblech und Kunststoff kamen dabei zum Einsatz. Die Baustoffe besorgte Nepp selbst, Kunststoff für den 3-D-Druck und Kupferblech wurden von Freunden beigesteuert und bearbeitet. „Es war mein erstes Projekt dieser Art“, erzählt der passionierte Tüftler.

Auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde unterstützte den Sachsen bei seinem Vorhaben. Bei einzelnen Maßen kam Nepp anhand von Fotos nicht weiter. Der Verein vermittelte ihm deshalb den Kontakt zum Leuchtturmexperten Hans-Joachim Luttermann, der sich ebenfalls intensiv mit dem Projekt beschäftigte und Bilder vorhandener Kopien zur Verfügung stellte. Eine Reise nach Freiberg war Luttermann aufgrund seines Gesundheitszustandes leider nicht möglich.

Feierliche Enthüllung in Freiberg

Am 3. Oktober war es schließlich so weit: Im Beisein von Mathias Stagat und Holger Posselt vom Vorstand des Fördervereins Leuchtturm Warnemünde wurde der Nachbau feierlich enthüllt und in Betrieb genommen. Die beiden Vorstandsmitglieder waren eigens aus Warnemünde nach Freiberg gereist. „Wir wollten den Enthusiasten Gerald Nepp persönlich kennenlernen und haben uns auf den Weg nach Freiberg gemacht, um bei der Enthüllung dabei zu sein“, berichtet Mathias Stagat, Vorsitzender des Fördervereins.

Bei einem kleinen „Turmleuchten“ erlebten die Warnemünder die erste öffentliche Enthüllung des Modells. Für Stagat war der Besuch mehr als nur ein Termin: „Nun steht in der Mitte von Sachsen ein 1:10-Modellnachbau unseres Seezeichens – des Warnemünder Leuchtturms.“

Das Leuchtturm-Modell steht auf dem Grundstück der Familie Nepp. Zur feierlichen Inbetriebnahme kamen neben Familie und Freunden auch zahlreiche Helfer, die Gerald Nepp während der fünfjährigen Bauphase mit Rat und Tat zur Seite standen.

Drei Generationen feiern gemeinsam

Die Familie hat das außergewöhnliche Projekt von Anfang an mit großem Interesse verfolgt. Nepp ist fünffacher Vater und zwölffacher Großvater. „Unsere Großfamilie hat die Bauphase mit Interesse verfolgt, wobei ich versucht habe, wenig Einblicke zu gewähren“, erzählt er. Umso größer war die Begeisterung bei der feierlichen Inbetriebnahme.

Für Mathias Stagat und seinen Stellvertreter Holger Posselt war der Besuch in Freiberg ein besonderes Erlebnis. „Wir durften einen Abend zu Gast sein in dieser großen, liebevollen Familie, wo drei Generationen gemeinsam dieses Ereignis feierten“, sagt Stagat.

Und auch für das Warnemünder Wahrzeichen ist der Nachbau etwas Besonderes. „Wir können voller Stolz feststellen, dass das Licht unseres Turms auch bis nach Freiberg in Sachsen reicht, wo liebe Menschen, echte Fans der Ostsee und des Turmleuchtens leben und arbeiten.“

Der Warnemünder Leuchtturm hat damit nun einen kleinen, aber sehr persönlichen Ableger mitten in Sachsen. Im Familien- und Freundeskreis wird das Projekt sogar als weltweit einmalig eingeschätzt.

Gerald Nepp selbst kann sich nach fünf Jahren Bauzeit nun zurücklehnen und sein Werk genießen. Der ehemalige feuerwehrtechnische Bedienstete, der mehr als 40 Jahre in verschiedenen Funktionen tätig war, ist inzwischen im Ruhestand. Seine Begeisterung für Leuchttürme und die Ostsee dürfte allerdings noch lange anhalten.

Für die Eheleute Nepp gibt es bereits eine Einladung zurück nach Warnemünde: Beim Warnemünder Turmleuchten 2027 sollen sie als Gäste des Fördervereins dabei sein.


| | | |

Kommentieren Sie den Artikel

Name
E-Mail
(wird nicht veröffentlicht)
Kommentar
Sicherheitscode

Ich willige ein, dass DER WARNEMÜNDER die von mir überreichten Informationen und Kontaktdaten dazu verwendet um mit mir anlässlich meiner Kontaktaufnahme in Verbindung zu treten, hierüber zu kommunizieren und meine Anfrage abzuwickeln. Dies gilt insbesondere für die Verwendung der E-Mail-Adresse zum vorgenannten Zweck. Die Datenschutzerklärung kann hier eingesehen werden.*


|