Die Liebe zum Warnemünder Leuchtturm und zu den Molenfeuern spiegelt sich in der Kunst wider


01. Juni 2026

Der Warnemünder Leuchtturm – oft gemeinsam mit dem Teepott – ist das Postkartenmotiv schlechthin aus dem Ostseebad. Doch er ist weit mehr als nur ein Wahrzeichen: Für viele Kunstschaffende ist er eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Ob in Öl, Acryl, als Fotografie oder Grafik – immer wieder rückt er in den Mittelpunkt künstlerischer Arbeiten.

Für die bekannte Künstlerin Ann-Cathrin Lemke, die durch ihre Weihnachtskugeln mit Warnemünder Motiven bekannt geworden ist, hat der Leuchtturm eine ganz besondere Bedeutung. „Er ist für mich ein Lichtsymbol und Wegweiser in der Dunkelheit. Er ist Mittler zwischen Himmel und Erde oder Sand“, beschreibt sie und verrät: „Für mich ist der Warnemünder Leuchtturm ohnehin der schönste Leuchtturm an der Ostseeküste.“

Deshalb hat sie das Wahrzeichen jetzt besonders farbenfroh in Szene gesetzt. Ihr leuchtendes Werk trägt den Titel „Warnemünder Leuchtturm zwischen Himmel (Cyan) und Sand (Ocker)“. Die verwendeten Farben wecken in ihren Augen die typischen Assoziationen eines Tages am Meer. Das Bild entstand mit Acrylfarbe auf Leinwand im Format 30 mal 80 Zentimeter. Ihre Arbeiten finden anschließend ihren Weg in den Laden ihres Partners Thorsten Stange, den Maritim-Shop ThorMare in der Seestraße. Oft sind die Werke bereits kurz nach ihrem Eintreffen verkauft. Von diesem Bild wurden glücklicherweise zusätzlich Digitaldrucke auf Holzplanken im Format 25 mal 15 Zentimeter angefertigt.

Auch für den Warnemünder Sebastian Stave spielt der Leuchtturm in seiner Kunst eine zentrale Rolle. Der frühere Architekt gehörte zu den Mitbegründern des Warnemünder Kunstateliers am Kirchenplatz. Irgendwann verspürte er den Wunsch nach einer beruflichen Veränderung und widmete sich fortan ganz der Malerei. Inzwischen gehören zehn Künstlerinnen und Künstler zum festen Stamm des Ateliers.

In seinen Arbeiten nimmt der Warnemünder Leuchtturm einen besonderen Platz ein. „Er hat mich seit meiner Kindheit und Jugend begleitet und ist zu einem meiner Lieblingsmotive geworden“, verrät der Künstler. Am Wochenende präsentierte er, unterstützt von seiner Frau Ulrike, seine Werke beim Kunstmarkt in der Nikolaikirche in der Östlichen Altstadt. Dort stellte er neben zahlreichen Motiven auch seinen Kalender für das Jahr 2027 vor. Eines seiner Werke zeigt das grüne Molenfeuer von Warnemünde. „Ich habe es nie bereut, vom Beruf des Architekten in die Kunst gewechselt zu haben. Es war der richtige Zeitpunkt. Das Leben ist endlich.“

Auch im Drachenladen von Janett Pust in der Alexandrinenstraße spielt der Leuchtturm als Motiv eine bedeutende Rolle. Dort finden sich zahlreiche Kunstwerke, die das markante Seezeichen in den Mittelpunkt stellen. Darunter sind auch Arbeiten ihrer Tochter, der Künstlerin Jette Sorgenfrey.

„Leuchttürme sind für mich immer ein Zeichen der Seefahrt. Sie geben Schiffen Orientierung, und mein Mann als Kapitän kennt ihre Bedeutung aus dem Alltag. Leuchttürme und Molenfeuer sind schlank, trotzen Wind und Wetter – das hat etwas typisch Norddeutsches. Wir haben hier mit dem Leuchtturm sowie dem grünen und roten Molenfeuer gleich drei solcher Seezeichen. Das ist doch magisch. Unsere Hafeneinfahrt in Warnemünde mit dem Leuchtturm neben dem Teepott, den beiden Molenfeuern und dem Kunstwerk Esperanza ist etwas ganz Besonderes. Auch auf Touristen übt der Leuchtturm eine große Anziehungskraft aus. Viele erwerben bei uns in der Alexandrinenstraße Bilder oder andere Kunstwerke mit diesem Wahrzeichen“, erzählt die Inhaberin von Drachen und Mee(h)r.

Einer, der ebenfalls eine große Leidenschaft für Leuchttürme entwickelt hat, ist André Kroboth. Er ist mit Blick auf den Leuchtturm im Haus der Klönstuv aufgewachsen. Nach einer Reise zu 100 Leuchttürmen wurde der Enthusiast vom Warnemünder Leuchtturmverein zum offiziellen Leuchtturmbotschafter ernannt.

Derzeit ist André Kroboth erneut unterwegs und besucht rund 35 Leuchttürme im Baltikum. Im Gepäck hat er als Gastgeschenke Grafiken des Künstlers Christoph Kadur, in dessen Schaffen der Warnemünder Leuchtturm ebenfalls eine zentrale Rolle spielt. „Ich mag diese Grafiken, weil sie so detailgetreu gezeichnet sind“, sagt Kroboth.

Schon bald endet seine aktuelle Reise. Wenn am 9. Juni der Leuchtturm-Versorger Gamle Oksøy nach Warnemünde kommt, soll am Leuchtturm eine Ausstellung mit Fotografien von Leuchttürmen aus der Bretagne eröffnet werden, die der Warnemünder Leuchtturmbotschafter selbst aufgenommen hat. Noch aber ist er mit seinem Wohnmobil unterwegs und besteigt jeden Leuchtturm, der seinen Weg kreuzt. Zum ersten Mal sind sogar seine Katzen mit auf Reisen und begleiten ihn auf seiner außergewöhnlichen Tour.

Maria Pistor


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