Wind, Welle und erste Siege – Die 88. Warnemünder Woche startet mit Spannung


05. Juli 2026

Mit Rückseitenwetter und strammem Nordwestwind begann gestern die 88. Warnemünder Woche für die Seglerinnen und Segler. Blauer Himmel, durchzogen von Wolkenfeldern, und Böen bis Windstärke acht sorgten am Morgen noch für Sorgenfalten, doch gegen Mittag ließ der Wind nach – perfekte Bedingungen für den ersten Regattatag.

Seesegler eröffnen die Wettfahrten

Traditionell machten die Seesegler den Auftakt. Elf Yachten starteten pünktlich um 11 Uhr im Schutz der Ostmole in Richtung Kühlungsborn. Auf der 30 Seemeilen langen Strecke sicherte sich die Crew um Skipper Falk Einecke mit der Yacht Geronimo 2.0 den Tagessieg. Ein Team musste jedoch aufgrund eines Ruderschadens vom Seenotrettungskreuzer Arcona eingeschleppt werden.

„Die Segler starteten mit einer langen Kreuz bis Kühlungsborn, segelten auf einem tiefen Raumschenkel zurück nach Warnemünde und preschten nach der letzten Tonne mit Halbwind ins Ziel. Heute war wirklich für jeden etwas dabei“, schwärmt Wettfahrtleiter Dirk Jahnke.

Finn-Dinghy: André Budzien dominiert das Revier

Eine Stunde später, kurz nach 12 Uhr, eröffneten elf Finn-Dinghy-Segler die internationalen Klassen. Auf Kurs Charlie absolvierten sie drei statt der geplanten zwei Wettfahrten – eine spontane Anpassung, falls der Sonntag wetterbedingt ausfällt. André Budzien sicherte sich den Tagessieg mit zwei Siegen und einem zweiten Platz. Das Revier vor Warnemünde kennt er bestens: 2018 holte er hier den Weltmeistertitel in der OK-Jolle, 2025 wurde er Vierter bei der EM.

Knapp dahinter liegt Fabian Lemmel von der Seglervereinigung 1903 Berlin auf Platz zwei. „Es war hammermäßig und es hat sich mal wieder gezeigt, dass Warnemünde das beste Revier Deutschlands ist. Wind und Welle vor Warnemünde sind einzigartig. Wirklich geiles Segeln!“, so Lemmel. Die Bedingungen forderten die Athleten: Nach über 20 Knoten am Morgen ließ der Wind in der zweiten Wettfahrt auf 13 Knoten nach, um in der dritten wieder zuziehen.

Ilca-Klassen: Enger Kampf und wechselhafte Bedingungen

Am frühen Nachmittag starteten die Ilca-Klassen in ein kleines Windloch, das den Athleten zunächst weniger Wind als erwartet bescherte. Doch zur zweiten Wettfahrt frischte der Wind wieder auf – und bescherte den drei Klassen viel Spaß auf der küstennahen Bahn Bravo.

In der Ilca 4 führt Kira Gremlitza (Berliner Segelclub) nach dem ersten Tag. Im Ilca 6 liegen Victor Hensel (Verein Seglerhaus am Wannsee) und Stephanie Louise Norton aus Hongkong punktgleich an der Spitze, gefolgt von Amelie Elstner (Segel- und Motorboot-Club Überlingen). Bei den Ilca 7 dominierte Nik Aaron Willim (Norddeutscher Regatta Verein) mit den Plätzen zwei und eins. „Für mich waren es die ersten stärkeren Bedingungen seit knapp drei Wochen und zum Schluss war ich ziemlich aus der Puste, aber es hat richtig Spaß gemacht, bei dem Wind und der Welle zu segeln. Ein solider Start in die Regatta!“, so Ole Schweckendiek (Kiel), der den Tag mit zwei vierten Plätzen auf Rang drei abschloss.

Topcat: Herausfordernde Bedingungen für Katamarane

Die Topcat-Segler hatten am Morgen die tiefsten Sorgenfalten im Gesicht. Die Bedingungen waren für die kurzen Katamarane nicht ideal, sodass man auf bessere Verhältnisse am Nachmittag hoffte. Tapfer starteten die K2- und K3-Klassen jeweils eine Wettfahrt – doch die alte Welle sorgte für zahlreiche Kenterungen. Nur drei Boote erreichten das Ziel. In der K2 führen Ralf Zank und Steffen Johne, in der K3 Matthias Horstmann.


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