Warnemünder Leuchtturmverein versteigert Kunstwerk: 2.026 Euro für Kinderhospizdienst OSKAR


20. Januar 2026

Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. setzt zum Jahresbeginn 2026 erneut ein starkes Zeichen für bürgerschaftliches Engagement. Im Rahmen einer besonderen Auktion wurde eine exklusive Grafik des Warnemünder Künstlers Sebastian Stave versteigert – mit einem klaren Ziel: das Ehrenamt sichtbar zu machen und konkrete Hilfe zu leisten.

Zwischen dem 1. Dezember 2025, 12 Uhr, und dem 1. Januar 2026, 12 Uhr konnten Kunst- und Warnemünde-Freunde auf das Werk bieten. Die Grafik zeigt das Warnemünder Turmleuchten und stellt das Ostseebad augenzwinkernd als „Mittelpunkt der Welt“ dar. „Wir haben Sebastian gebeten, etwas zum Thema ehrenamtliches Engagement zu kreieren“, erklärt Vereinsvorsitzender Mathias Stagat.

Höchstgebot zum Jahreswechsel – Aufrundung als Zeichen

Höchstbietender war Wilhelm Meißner mit 950 Euro aus Lichtenhagen, dessen Name pünktlich am 1. Januar um 12 Uhr feststand und am Nachmittag auf der Bühne des 26. Warnemünder Turmleuchtens öffentlich verkündet wurde. Der Förderverein hatte beschlossen, den Erlös auf die aktuelle Jahreszahl „2026“ aufzurunden.

Bereits im Vorfeld hatte der Vorstand festgelegt, wem der Erlös zugutekommen soll: dem ökumenischen ambulanten Kinderhospiz- und Familienbegleitdienst OSKAR der Caritas Rostock.

Übergabe mit doppelter Bedeutung

Die Übergabe fand gestern in Warnemünde statt – und das gleich in zweifacher Hinsicht:
Wilhelm Meißner nahm die Stave-Grafik persönlich entgegen, während Mathias Stagat den symbolischen Spendenscheck an Madlen Grolle-Döhring, Leiterin des Kinderhospizdienstes OSKAR, überreichte. „Die Unterstützung des Ehrenamtes ist eine gute Botschaft zum Jahresbeginn. Weil wir durch unsere ebenfalls ehrenamtliche Tätigkeit regelmäßige Einnahmen generieren, sind wir dazu in der Lage“, betont Stagat.

OSKAR: Begleitung in schwersten Lebensphasen

Der Kinderhospiz- und Familienbegleitdienst OSKAR begleitet Familien in schwierigen Lebensphasen mit lebensverkürzend erkrankten Kindern, sterbenden Elternteilen sowie trauernde Kinder nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen. Die Begleitung übernehmen speziell geschulte Ehrenamtliche. Wie Madlen Grolle-Döhring erklärt, bestehe eine große Herausforderung oft darin, die jahrtausendealte Hospizidee in die Familien zu tragen: sich helfen lassen zu dürfen. „Unsere Freiwilligen haben meist keinen medizinischen Hintergrund, können aber Zeit schenken“, sagt die Pädagogin. Zeit für Gespräche, Entlastung und gemeinsame Lösungswege – oft über viele Jahre hinweg.

Konkrete Hilfe, die ankommt

Allein für die Trauerbegleitung benötigt OSKAR in Rostock jährlich rund 30.000 Euro. Die Spende des Leuchtturmvereins sichert konkret eine achtköpfige Trauergruppe verwaister Eltern. „Diese Gruppen sind enorm wichtig. Es gibt Kraft, wenn Betroffene zusammenkommen und sich austauschen können“, so Grolle-Döhring.

Aktuell begleitet OSKAR 25 Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern sowie acht Kinder verstorbener Eltern in der Region Rostock.

Ein Warnemünder mit Herz und Geschichte

Wilhelm Meißner ist im Ostseebad aufgewachsen und eng mit Warnemünde verbunden. Die Wilhelm-Meißner-Electronic GmbH wurde 1947 von seinem Vater Axel Meißner in der Mühlenstraße gegründet. „Ich habe Radio- und Fernsehtechniker gelernt, meinen Meister gemacht, das Unternehmen 1985 übernommen und 2012 an meinen Sohn Sven übergeben“, erzählt Meißner.

Seine verstorbene Ehefrau Doris war Mitglied der legendären Knurrhahnrunde. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Charlotte Kaulich hat er für die neue Grafik bereits einen Platz gefunden: neben einem historischen Foto von Wolfhard Eschenburg, das er einst zum 50. Firmenjubiläum erhielt.

„Ich finde es schön, dass das Geld an OSKAR geht – genau die richtige Entscheidung“, sagt Meißner und rundet sein Gebot spontan nochmals um 50 auf 1.000 Euro auf.

Ein Blick auf das große Ganze

In Deutschland leben rund 50.000 Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen, etwa 1.500 Kinder sterben jährlich daran. Hinzu kommen zahlreiche Kinder, die vom frühen Tod eines Elternteils betroffen sind. Diese Zahlen – und die enormen Belastungen für betroffene Familien – sind vielen Menschen kaum bekannt.

Die ambulante Kinderhospizarbeit setzt genau hier an: Sie entdeckt Ressourcen, stärkt Familien und zeigt Wege auf, wie ehrenamtliche Begleitung Halt geben kann – mitten im Leben.

Kontakt:

Ökumenischer Ambulanter Kinderhospiz- und Familienbegleitdienst OSKAR
Bergstraße, Rostock
Telefon: +49 381 40310202


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