Das 3. Buntes Meer Festival ist Geschichte – und hinterlässt vor allem eines: viele glückliche Gesichter. Tausende Besucher strömten am Wochenende in den Kurhausgarten und erstmals auch an den Strand zum Beachhouse von Supremesurf. Das Wetter spielte dabei größtenteils mit. Während am Sonnabend bei Sonnenschein perfekte Festivalbedingungen herrschten, zeigte sich der Sonntag zwar wechselhaft, blieb aber deutlich freundlicher als zuvor angekündigt.
Das Konzept des Organisationsteams um David Juhnke ging auf: Familien, Urlaubsgäste und Einheimische genossen gemeinsam ein Wochenende voller Musik, Begegnungen und gelebter Inklusion.
Erstmals gehörte das Beachhouse von Supremesurf als zweiter Veranstaltungsort zum Festival. Die kurzen Wege zwischen Kurhausgarten und Strand sorgten für einen entspannten Wechsel zwischen Musik, Mitmachangeboten und Ostseefeeling. Zwischen flatternden Wimpeln, Live-Musik und zahlreichen Mitmachangeboten – insbesondere für Kinder – entstand eine entspannte Atmosphäre, die bei den Besuchern hervorragend ankam.
Geschäftsführer Daniel Weiß zog entsprechend ein positives Fazit: „Wir stellen unsere Infrastruktur zur Verfügung, die wir an diesem Premium-Standort haben – es ist alles ganz entspannt.“ Besonders wichtig sei ihm, dass das Festival Menschen zusammenbringe. „Es werden Brücken geschlagen und das ist wichtig, um gute Vibes zu erzeugen. Das Festival bietet dafür einen schönen Rahmen.“
Auch Birka Gleichmann und Amelie Ziegler, die den Merch-Stand und gleichzeitig den Info-Point am Strand betreuten, freuten sich über die große Resonanz. Dort wurden Fragen beantwortet, bei Bedarf Festival-Buddys vermittelt und Souvenirs verkauft. „Es ist total schön hier unten und der neue Strandstandort wird sehr gut angenommen. Auch die Musik passt bestens. Das Beachhouse passt perfekt zum Festival“, resümiert Birka Gleichmann. Besonders die liebevolle Dekoration mit den Wimpeln und die zahlreichen Angebote für Kinder seien bei den Besuchern sehr gut angekommen.
Für Initiator und Ideengeber David Juhnke hat sich die monatelange Vorbereitung ausgezahlt. „Es hat wirklich richtig gut funktioniert“, sagt er zufrieden. Besonders der Sonnabend habe alle Erwartungen übertroffen. „Wir hatten deutlich mehr Besucher als im vergangenen Jahr und die Angebote wurden durchweg hervorragend angenommen. Ob Essen, Verkaufsstände oder Mitmachaktionen – überall herrschte eine tolle Atmosphäre.“ Auch der Sonntag sei trotz des wechselhaften Wetters erfolgreich verlaufen. Auch die Gesprächsrunden zum Thema Inklusion – ebenfalls eine Premiere – hätten viele Interessierte angezogen. Besonders freut Juhnke, dass zahlreiche Aussteller bereits ihre Rückkehr für 2027 angekündigt haben. Zudem hätten Vertreter verschiedener Vereine und Verbände das Festival besucht. „Wir hatten viele gute Gespräche und wollen gemeinsam überlegen, wie wir das Festival im nächsten Jahr noch weiterentwickeln können.“
Zu den Blickfängen am Strand gehörten die farbenfrohen Surfboards von Per Grohmann. Der Warnemünder fertigt in seiner Manufaktur individuell gestaltete Surf-, Kite-, Wingfoil-, Foil- und SUP-Boards sowie passendes Zubehör in Handarbeit. Beim Festival präsentierte er eine Auswahl seiner Arbeiten.
„Solche kleinen Festivals muss man unterstützen, denn man trifft hier auch Leute, mit denen man sonst keinen Kontakt hat. Das ist gut für den sozialen Zusammenhalt und das eigene Mindset“, sagt Grohmann.
Wie sehr das Konzept aufgeht, zeigte sich auch im Kurhausgarten. Kinder tobten auf Hüpfburgen, probierten sich auf der Skatefläche aus oder musizierten gemeinsam. Erwachsene lauschten den Live-Konzerten auf der Bühne oder genossen einfach die entspannte Atmosphäre.
Sylvia und Henry Gidom aus Warnemünde besuchten das Festival gemeinsam mit ihrem vierjährigen Sohn Kalle. Während der Nachwuchs die Hüpfburg und später die Skate-Area unsicher machte, genossen die Eltern das bunte Treiben.
„Es ist wirklich toll, was hier alles auf die Beine gestellt wurde“, sagt Henry Gidom. Seine Frau Sylvia hebt besonders hervor, dass viele Angebote kostenlos oder gegen eine kleine Spende genutzt werden konnten. „Das ist wirklich ein Festival für alle – auch für Familien mit schmalem Geldbeutel.“
Nach dem Auftritt von Gabriel Kelly, auf den sich Henry besonders freute, wollte die Familie den Abend am Strand ausklingen lassen.
Ein Publikumsmagnet im Kurhausgarten war auch Paul Rahm aus Celle. Der Musikpädagoge und Musiker brachte außergewöhnliche Instrumente mit, darunter eine afrikanische N'goni.
Kinder konnten nach Herzenslust trommeln, rasseln oder verschiedene Klänge ausprobieren. „Diese Dynamik erzeugt Klanggeschichten, ich nenne sie gern Bilder für die Ohren“, erklärt Rahm. Den Abschluss seiner Workshops bildeten jeweils kleine Mitmachkonzerte, bei denen alle gemeinsam musizierten. Für ihn und seine Familie war das Festival zugleich der Auftakt eines Ostseeurlaubs.
Dauerbetrieb herrschte während des gesamten Wochenendes auf der Skate-Area des Rostocker Skateboard e.V. Kaum ein Kind ließ sich die Gelegenheit entgehen, selbst einmal auf dem Board zu stehen.
Matti Stieber und Timbo Vens gehören von Beginn an zum Festival. „Es ist immer cool, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Das ist ein Selbstläufer, denn die Kids haben einfach Lust, sich auszutoben“, sagt Stieber.
Der Verein setzt sich seit Jahren für bessere Skate-Möglichkeiten in Rostock ein und wirkte zuletzt an der neuen Anlage in der August-Bebel-Straße mit. Doch diese stoße bereits an ihre Kapazitätsgrenzen. „Eine tolle Anlage, aber leider viel zu klein für die Menge an Menschen, die dorthin kommt“, sagt Timbo Vens, mehrfacher Deutscher und Europameister im Skateboarden.
Sein Herzensprojekt bleibt ein Skatepark in Warnemünde. Seit mittlerweile 15 Jahren setzt sich der Verein dafür ein. „Wir sind fest davon überzeugt, dass Warnemünde ideal dafür wäre. Allein die Lage an der Ostsee und die Verbindung mit dem Tourismus – das wäre ein Traum“, betont Matti Stieber.
Timbo Vens verbindet damit auch persönliche Erinnerungen: „Ich wurde in Warnemünde geboren und habe schon als Dreijähriger am Leuchtturm meine ersten Erfahrungen auf dem Board gesammelt.“
Bislang scheiterte das Projekt vor allem an der Standortsuche. Mehrere mögliche Flächen wurden in den vergangenen Jahren diskutiert, konkrete Ergebnisse blieben jedoch aus. Trotz der schwierigen Haushaltslage der Hanse- und Universitätsstadt Rostock hofft der Verein auf Fördermittel. Schließlich gehört Skateboarding seit 2020 zum olympischen Programm.
Ob Konzerte, Mitmachangebote, Sport oder entspannte Stunden zwischen Kurhausgarten und Strand – das Buntes Meer Festival zeigte einmal mehr, wie unkompliziert Begegnungen entstehen können, wenn Barrieren abgebaut werden.
Einen kleinen Kritikpunkt äußerte lediglich eine Warnemünder Vermieterin von Ferienwohnungen. Ihrer Ansicht nach hätte das Festival noch stärker beworben werden müssen. Viele Urlaubsgäste seien nicht in sozialen Netzwerken unterwegs. Plakate oder Veranstaltungsflyer habe sie kaum wahrgenommen.
Am positiven Gesamteindruck änderte das jedoch nichts. Die dritte Auflage des Buntes Meer Festivals hat eindrucksvoll gezeigt, dass das Konzept funktioniert – und mit dem neuen Strandstandort noch einmal deutlich an Attraktivität gewonnen hat. Tausende Besucher, entspannte Stimmung und viele gemeinsame Erlebnisse machten das Wochenende zu einem gelungenen Fest für Einheimische und Gäste gleichermaßen.
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