Am Kreuzfahrthafen von Warnemünde kündigt sich ein markanter Einschnitt an: Das bekannte „Pier 7“ steht vor einem umfassenden Wandel. Anfang November soll das bestehende Gebäude abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Betreiber Robert Dahl, Inhaber von Karls Erlebnis-Dörfer, stellte erste Details zu dem ambitionierten Projekt vor.
Bis Ende Oktober bleibt das „Pier 7“ noch geöffnet und bietet Einheimischen wie Gästen ein letztes Mal die vertraute Atmosphäre direkt an der Kaikante. Im Anschluss beginnen die Abrissarbeiten. Bereits zu Ostern 2027 soll der neue Gebäudekomplex fertiggestellt sein – ein sportlicher Zeitplan für ein Bauvorhaben in dieser exponierten Lage.
Rund 5,5 bis 6 Millionen Euro will Karls in den Standort investieren. Zwar gehört das Grundstück nicht dem Unternehmen, doch ein langfristig verlängerter Mietvertrag bis mindestens 2041, mit Option bis 2051, schafft die nötige Planungssicherheit. „Die Investition lohnt sich“, ist Dahl überzeugt.
Optisch soll sich der Neubau am bisherigen Erscheinungsbild orientieren, gleichzeitig jedoch deutlich größer ausfallen. Geplant sind unter anderem zwei Dachterrassen mit freiem Blick auf die Ostsee und den Kreuzfahrthafen. Auch das gastronomische Angebot wird räumlich erweitert: 116 Sitzplätze im Innenbereich, 108 im Außenbereich sowie weitere 72 auf den Terrassen sind vorgesehen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der unmittelbaren Wasserlage. Großzügige Fensterfronten sollen künftig den Blick auf ein- und auslaufende Schiffe freigeben. Ein bislang als störend empfundener Zaun wird durch eine transparente, verglaste Lösung ersetzt.
Auch gestalterisch setzt Karls auf eine klare maritime Handschrift: Die Fassade wird als Mischung aus Holz, Wellblech und Treibholzoptik konzipiert, ergänzt durch bepflanzte Bereiche mit Strandroggen. Im Innenraum ist eine authentische Gestaltung geplant – unter anderem mit rund 300 alten Buhnen aus der Ostsee-Region sowie Eichenholz von der Neptun Werft, das eine zweite Verwendung findet.
Nicht nur das Gebäude selbst, auch das Umfeld wird aufgewertet. Der Außenbereich erhält eine Neugestaltung, ein moderner Spielplatz für Kinder ist vorgesehen und die öffentlichen Toiletten werden erneuert.
Wirtschaftlich hat sich der Standort bereits bewährt. Trotz seiner vergleichsweise kleinen Fläche hat das „Pier 7“ in den vergangenen Jahren laut Dahl mehr als 550.000 Euro Gewerbesteuer generiert – ein Wert, der die Bedeutung für die Stadt unterstreicht.
Mit dem Neubau will Karls das Angebot deutlich erweitern, ohne dabei den Charakter zu verändern. Statt Fine Dining setzt das Unternehmen weiterhin auf frisch zubereitete Speisen in lockerer Atmosphäre – künftig jedoch mit mehr Platz, besserer Aussicht und einem deutlich moderneren Ambiente.
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