Meeresschutz erleben: IOW lädt zum Aktionstag nach Warnemünde ein


29. Juli 2026

Wie vielfältig ist das Leben direkt vor unserer Haustür? Dieser Frage können Interessierte am Sonnabend, 1. August, in Warnemünde auf den Grund gehen. Anlässlich des Internationalen Tages der Meeresschutzgebiete beteiligt sich das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) mit kostenfreien Aktionen an einem bundesweiten Programm des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

Von 14 bis 17 Uhr lädt das IOW zu einer Mitmachaktion am Strand ein. Besucher können hautnah erleben, wie Meeresforschung funktioniert, Probennahme-Geräte kennenlernen und die oft verborgene Tier- und Pflanzenwelt der Strandzone entdecken. Am Abend folgt von 18 bis 20.15 Uhr die öffentliche Veranstaltung „Wissen schafft Schutz – Abtauchen in die küstenfernen Meeresschutzgebiete der Ostsee“ in der IOW-Villa.

Mit Kescher und Mikroskop die Strandzone erforschen

Bei der Strandaktion geben IOW-Forscher spannende Einblicke in ihre Arbeit. Mit Kescher, Greifer und Dredge zeigen sie, wie Lebewesen am und im Meeresboden untersucht werden. Die gesammelten Proben werden direkt vor Ort im IOW-Pavillon ausgewertet.

Dabei zeigt sich: Auch der flache Bereich direkt am Strand steckt voller Leben. Viele kleine Organismen bleiben beim Baden oder Spazierengehen unentdeckt, weil sie im Sand verborgen leben oder erst unter dem Mikroskop sichtbar werden. Die Experten erklären, welche Arten gefunden werden, welche Bedeutung sie für das Ökosystem haben und warum die Erforschung des Meeresbodens für den Schutz der Ostsee wichtig ist.

Unterstützt wird die Aktion von der DRK-Wasserwacht, die die Untersuchungen vom Wasser aus begleitet. Bei schlechtem Wetter wird das Programm in die IOW-Villa verlegt, wo vorbereitete Proben unter Binokularen untersucht werden können.

Parallel zur Mitmachaktion öffnet die Ausstellung in der IOW-Villa ihre Türen. Neben den regulären Exponaten informiert das Institut dort über aktuelle Forschungsprojekte rund um Meeresschutzgebiete.

Wissenschaft schafft Schutz

Am Abend richtet sich der Blick auf die küstenfernen Schutzgebiete der deutschen Ostsee. Bei der BfN-Veranstaltung „Wissen schafft Schutz – Abtauchen in die küstenfernen Meeresschutzgebiete der Ostsee“ stehen die Meeresschutzgebiete „Fehmarnbelt“, „Kadetrinne“ und „Pommersche Bucht – Rönnebank“ im Mittelpunkt.

Ein Vortrag gibt Einblicke in die Besonderheiten dieser Gebiete und zeigt, welche Lebensräume und Arten dort geschützt werden. Themeninseln laden außerdem dazu ein, Forschungsmaterialien kennenzulernen, Exponate zu entdecken und mit Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung macht deutlich, welche Rolle Wissenschaft beim Meeresschutz spielt: Sie liefert wichtige Erkenntnisse, um Schutzmaßnahmen zu entwickeln, deren Wirkung zu überprüfen und wertvolle Lebensräume langfristig zu erhalten.

Schutzräume für die Ostsee

Der Internationale Tag der Meeresschutzgebiete – auch MPA Day (Marine Protected Area Day) genannt – macht weltweit auf die Bedeutung geschützter Meeresräume aufmerksam. Meeresschutzgebiete bieten Rückzugsorte für bedrohte Arten, sichern wichtige Lebensräume und helfen dabei, die Widerstandsfähigkeit mariner Ökosysteme zu stärken.

Mit dem Aktionstag am 1. August möchte das BfN gemeinsam mit Partnern an verschiedenen Ostsee-Standorten zeigen, warum Meeresschutz nicht nur auf dem Papier stattfindet, sondern durch Forschung, Wissen und gemeinsames Handeln lebendig wird.


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