Noch bevor am 1. Januar Licht, Laser, Musik und Feuerwerk den Warnemünder Leuchtturm erneut in eine Bühne der Emotionen verwandeln, beginnt das Turmleuchten-Gefühl schon Tage zuvor – mit Düften, Begegnungen und genussvollen Momenten direkt an der Ostsee. Heute um 11 Uhr öffnet auf der Warnemünder Promenade die beliebte Genussmeile „Flanieren & Dinieren“ und lädt Einheimische wie Gäste zum entspannten Ankommen, Verweilen und Vorfreuen ein.
Wo sonst Spaziergänger dem Winterwind trotzen, entsteht nun ein lebendiger Treffpunkt. Mehr als 40 Stände säumen die Seepromenade und verwandeln sie bis zum 3. Januar in eine kulinarische Flanierzone mit Blick auf die Ostsee. Die Aufbauarbeiten konnten gestern abgeschlossen werden – heute wird angezapft, gebrutzelt und serviert.
„Unsere Besucher können sich hier mit Getränken und kulinarischen Spezialitäten aus ganz unterschiedlichen Richtungen versorgen“, sagt Anke Lange von Hanse Event, die gemeinsam mit Heiko Lange von Highlights Event für das Platzmanagement verantwortlich ist. Das Angebot ist in diesem Jahr noch vielfältiger als zuvor – bewusst so gestaltet, dass jeder seinen persönlichen Genussmoment findet.
Ob Gegrilltes, Fischspezialitäten, Langos, Crêpes, süße und herzhafte Snacks oder Heiß- und Kaltgetränke mit und ohne Alkohol – die Meile ist so abwechslungsreich wie ihr Publikum. Auch Cocktails gehören zum Angebot. Die kulinarische Reise reicht dabei weit über die Region hinaus: Die längste Anfahrt hat ein Händler aus dem Ruhrgebiet auf sich genommen, um Teil dieses besonderen Jahreswechsels zu sein.
„Flanieren & Dinieren“ ist täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet – in der Silvesternacht sogar bis 1.00 Uhr morgens. Geöffnet ist die Genussmeile von Sonntag, 28. Dezember, bis einschließlich Sonnabend, 3. Januar.
Damit ist sie nicht nur Begleiter des Warnemünder Turmleuchtens, sondern ein eigenständiger Treffpunkt für alle, die Warnemünde auch im Winter von seiner genussvollen Seite erleben möchten.
Während auf der Promenade bereits flaniert, gegessen und angestoßen wird, beginnt am 1. Januar ab 8 Uhr hinter den Kulissen der wohl nervenaufreibendste Teil des Warnemünder Turmleuchtens. Innerhalb weniger Stunden entsteht eine hochkomplexe Show-Infrastruktur, die am Abend um Punkt 18 Uhr perfekt funktionieren muss. Musik, Ton, Licht, Laser, Flammen, Pyrotechnik, Video-LED-Wände und Livemusik arbeiten dabei als eigenständige Gewerke – jedes für sich hochspezialisiert, jedes auf die Sekunde abgestimmt. „Da sitzt jeder Handgriff. Alles muss zickizacki gehen“, beschreibt Regisseur Torsten Sitte von Hanse Event die besondere Dynamik dieses Tages. Für die Feuerwerker der Firma Feuerwerke Mathias Kürbs aus Dohma bei Pirna ist der Aufwand besonders groß: Bei winterlichen Temperaturen werden feinste Kabelverbindungen gesteckt – millimetergenau und ohne Handschuhe, da sonst das nötige Fingerspitzengefühl fehlt. Hinzu kommt eine doppelte Installation, denn es entstehen gleich zwei Feuerwerke: ein großes auf der Mittelmole und ein weiteres, kleineres direkt hinter dem Leuchtturm.
Proben gibt es nicht, einen zweiten Versuch ebenfalls nicht. Erst wenn am Abend alle Systeme fehlerfrei ineinandergreifen, wird aus monatelanger Planung jene halbe Stunde, die für zehntausende Zuschauer zum emotionalen Höhepunkt des Jahresbeginns wird.
Für Torsten Sitte ist das Warnemünder Turmleuchten dabei längst eine Herzenssache – ans Aufhören denkt er trotz aller Herausforderungen noch lange nicht.
Während sich hinter den Kulissen rund 200 Mitwirkende auf die große Inszenierung am 1. Januar vorbereiten, entsteht vorne auf der Promenade bereits das, was das Warnemünder Turmleuchten seit 26 Jahren ausmacht: Genuss, Vorfreude und kleine Lichtblicke – lange bevor der erste Laserstrahl den Himmel erhellt. „Flanieren & Dinieren“ ist damit weit mehr als nur Gastronomie. Es ist der warme, lebendige Auftakt zu Europas größter Neujahrsinszenierung.
Wenn Kabel gesteckt, Laser ausgerichtet, Feuerwerke scharf und die Genussmeile gut gefüllt ist, fehlt eigentlich nur noch ein letzter Programmpunkt: der Blick gen Himmel. Ein kollektives Stoßgebet an den Wettergott, er möge am 1. Januar 2026 um 18 Uhr milde gestimmt sein und Warnemünde mit Sturm, Starkregen oder Ostsee-Extra-Brise verschonen. Erfahrungsgemäß hört er beim Turmleuchten ja ganz gern zu. Und falls nicht, stehen zumindest genügend Glühwein, Grog und Zuversicht bereit, um auch daraus wieder einen echten Warnemünder Lichtblick zu machen.
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