Schiffsabbildungen begegnen uns in Küstenorten der Ostsee in großer Vielfalt und Anzahl. Ob als klassische Schiffsporträts, Dioramen (Halbmodelle) oder Votiv-/Modellschiffe in Kirchen, auf Fenstern, Geschirr oder als maritime Ereignisbilder – sie erfreuen sich großer Beliebtheit. Diese Darstellungen zeugen vom Stolz auf den eigenen Berufsstand und der ungebrochenen „Faszination Schifffahrt“. Die Besucherzahlen zur Hanse Sail widerspiegeln dies eindrucksvoll.
Mit der Sonderausstellung „Faszination Schifffahrt“ will das Heimatmuseum Warnemünde dieser Begeisterung nachgehen. Im alten Fischerhaus in der Alexandrinenstraße 31 werden Abbildungen aus der umfangreichen Sammlung des Museums sowie seltene Leihgaben aus Privatbesitz präsentiert. Der Rostocker Grafikdesigner Marco Pahl hat die Exposition gestaltet und die begleitende Broschüre erstellt. Innenarchitektin Anke van der Wall hat die Objekte im Raum platziert, „so, dass am Ende alles schön aussieht“, wie Museumsleiter Christoph Wegner betont. Wegner selbst begleitete Ausstellung und Broschüre inhaltlich.
Ab dem 6. Juli ist die Exposition für die Öffentlichkeit zugänglich und bleibt bis Anfang Januar 2025 geöffnet. Danach wird die Wanderausstellung „Ob die Möwen manchmal an mich denken“ in die Räumlichkeiten einziehen. Diese Ausstellung, die sich mit der Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee beschäftigt, basiert auf dem gleichnamigen Buch von Kristine von Soden und war bereits in verschiedenen Städten des Landes zu sehen.
Die neue Sonderausstellung im Heimatmuseum zeigt Schiffsporträtmalerei, maritime Ereignisbilder, Bildergeschirr, Schiffsfotografien, Schiffsmodelle, Dioramen, Buddelschiffe, aber auch Gläser und Geschirr – Schiffsbilder im weiten Sinne also vom 18. bis 20. Jahrhundert. „Unsere früheste Keramik stammt aus dem Jahr 1797“, verrät Christoph Wegner. Auch Trinkgläser mit Schiffstypen, die auf der einst so stolzen Warnowwerft gebaut wurden, sind dabei.
Nahezu alle Exponate stammen aus dem eigenen Bestand, weshalb der Untertitel der Ausstellung auch „Schiffsbilder und Modelle im Heimatmuseum Warnemünde“ lautet. „Wir haben einen riesigen Fundus und können aus Platzgründen nicht alles zeigen. Daher finde ich es besonders schön, die ausgestellten Stücke im Rahmen von Sonderausstellungen auch mal zu wechseln“, so Wegner. Eine besondere Attraktion ist für ihn das Modell der Undine, gefertigt von Fred Hoppe (Warnemünde) im Jahr 1997 nach alten Fotos.
Ebenfalls zu sehen sind maritime Ereignisbilder, auch jüngeren Datums, in digitalen Bilderrahmen. „Ich bin dabei, einen Multimedia-Guide mit Zusatzinformationen zusammenzustellen. Mit Ausstellungseröffnung am 6. Juli steht auch dieser zur Verfügung und ich hoffe, dass er gut genutzt wird“, sagt der Museumsleiter.
Im Rahmen der am 12. Juli stattfindenden Wiederernennung der Warnemünder Reuter-Eiche wurde im Heimatmuseum bereits zu Wochenbeginn eine bedeutende Briefmarkensammlung zum Thema „Fritz Reuter“ eröffnet. Anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter stellt Dieter Wegner vom Rostocker Briefmarkenverein Hansephil e.V. noch bis zum 11. August seine Sammlung zum Thema „Eine Region erinnert sich ihres großen Sohnes Fritz Reuter“ öffentlich aus. Die Sammlung zeichnet den Lebensweg und das Schaffen des Schriftstellers Fritz Reuter eindrucksvoll mit philatelistischen Mitteln nach. Zu sehen ist auch vorphilatelistisches Material, also Briefe aus einer Zeit, in der es noch gar keine Briefmarken gab.
Besucher der neuen Sonderausstellung im Heimatmusem Warnemünde dürfen sich auf eine Reise durch die maritime Geschichte freuen, die sowohl die Bedeutung der Schifffahrt für die Region als auch die anhaltende Faszination für das Meer und seine Schiffe eindrucksvoll verdeutlicht.
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