Herrliches Wetter, ein besonderer Moment – und ein Parkplatzproblem. Als Jan Krugmann und Michael „Mitch“ Brügmann am 1. April 2016 ihr erstes eigenes Restaurant „Carls“ in der Mühlenstraße eröffneten, hätte der Start kaum symbolischer sein können. „Es war unser Tag“, erinnert sich Krugmann. Sein Geschäftspartner ergänzt augenzwinkernd: „Mein erster Gedanke war: Wo soll ich hier nur parken?“ Ein Detail, das zeigt, wie vertraut und zugleich neu ihnen der Ort damals war.
Kennengelernt haben sich die beiden Restaurantfachleute im „Old Western“ in der Rostocker Innenstadt. Während Brügmann später zur „L'Osteria“ wechselte, blieb Krugmann seinem Arbeitsplatz treu – beide sammelten Führungserfahrung, verloren sich jedoch nie aus den Augen. Irgendwann reifte der gemeinsame Entschluss: Das können wir auch selbst!
Als sich schließlich die Chance bot, ein eigenes Restaurant zu übernehmen, fiel die Wahl nach intensiven Überlegungen auf das „Carls“ in der Mühlenstraße. Eine Entscheidung, die den Grundstein für eine bemerkenswerte Entwicklung legen sollte.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Schon bald suchten die beiden Unternehmer nach Erweiterungsmöglichkeiten. Diese fanden sie zunächst in bester Lage in der Rostocker Breiten Straße, wo sie das Café „Jan & Mitch“ eröffneten – „eine einmalige Gelegenheit“, wie sie beide betonen.
Doch die eigentliche Dynamik entfaltete sich in Warnemünde. Im März 2018 übernahmen sie das Restaurant „fabelhaft“, schräg gegenüber ihres ersten Lokals. „Wir sind einfach mal rübergegangen und wurden uns einig“, berichtet Krugmann. Mit viel Engagement und Geld wurde das Restaurant auf der Sonnenseite der Mühlenstraße modernisiert und neu ausgerichtet.
Im Mai 2022 folgte mit dem „Al Mulino“ ein weiteres Projekt – italienische Küche, direkt neben dem „Carls“. Sechs Monate lang auch hier wurde intensiv umgebaut und modernisiert.
Der vorläufig letzte Schritt folgte im Mai 2025: Mit der Übernahme des „K25“, direkt neben dem „fabelhaft“, komplettierten Krugmann und Brügmann ihr gastronomisches Ensemble. Entstanden ist ein echtes Jan-und-Mitch-Karree in der Mühlenstraße. Während das Konzept des Hauses weitgehend erhalten blieb, wurde die Speisekarte behutsam modernisiert. „Wir haben getestet, was funktioniert – und was nicht“, so Brügmann.
Ihr Expansionsmotto ist dabei ebenso pragmatisch wie ehrlich: „Wenn wir es nicht machen, dann macht es jemand anderes – und wer will schon die Konkurrenz direkt vor der Haustür haben?“
Heute kümmern sich rund 70 Mitarbeiter in den verschiedenen Restaurants um das Wohl der Gäste. Eine Herausforderung, wie beide betonen. Denn auch wenn sich ihr Arbeitsalltag inzwischen stärker ins Büro verlagert hat, hat sich eines nicht geändert: der Einsatz. „Wir arbeiten noch genauso viel wie am Anfang – nur sitzen wir jetzt häufiger am Schreibtisch“, sagt Brügmann.
Im April feiern die beiden Gastronomen ihr zehnjähriges Firmenjubiläum. Dass alles ausgerechnet an einem 1. April begann, sorgt bis heute für Schmunzeln. „Unser Unternehmen fußt auf einem Aprilscherz“, sagt der 36-jährige Krugmann lachend.
Doch was damals vielleicht wie ein Spaß begann, ist längst eine feste Größe in der Warnemünder Gastronomieszene geworden.
Am Mittwoch, dem 1. April, feiern Jan & Mitch ihr Jubiläum – und das ist ganz sicher kein Aprilscherz.
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