9.000 Euro stehen dem Ortsbeirat Warnemünde/Diedrichshagen in diesem Jahr für kleinere, ortsteilbezogene Projekte zur Verfügung. Das Budget ist für Maßnahmen gedacht, die keine gesamtstädtische Bedeutung haben, und zählt zu den sogenannten freiwilligen Aufgaben der Hanse- und Universitätsstadt Rostock.
Noch ist allerdings Geduld gefragt. „Die Summe ist zwar im Haushaltsansatz enthalten, der Haushalt ist bislang aber nicht bestätigt. Freiwillige Leistungen dürfen angesichts der Haushaltslage derzeit nicht ausgezahlt werden“, erklärte Ortsamtsleiterin Franka Teubel in der Sitzung am 10. Februar. Konkret bedeutet das: Anträge können nur unter Vorbehalt beraten und beschlossen werden.
Gleich drei Initiativen warben um Unterstützung. Im Mittelpunkt stand dabei ein neues Veranstaltungsformat mit maritimem Charme – das „Frühstück am Meer“.
Den Auftakt machte Paula Gerlach vom Verein Rostock Müllfrei e.V. Der Verein plant am 16. August eine Müllsammelaktion in Warnemünde und beantragte dafür 259,04 Euro aus dem Budget des Ortsbeirates. „Wir möchten die Aktion mit Plakaten und über Social Media bewerben“, erläuterte Gerlach. Ziel sei es, neben Einheimischen auch Urlaubsgäste anzusprechen. Ein kleiner Teil der Summe solle zudem in Ausrüstung fließen.
Im vergangenen Monat habe man bei einer Müllsammlung in einem anderen Stadtteil auf Werbung verzichtet – mit spürbaren Folgen: „Wir hatten tatsächlich nur die Hälfte der sonst üblichen Teilnehmer“, berichtete Gerlach. Üblicherweise beteiligten sich 50 bis 60 Menschen. Gesammelt werde am 16. August nicht nur am Strand, sondern auch im Ort selbst.
Immer am dritten Sonntag im Monat finde eine solche Aktion in einem Rostocker Stadtteil statt. Diese Regelmäßigkeit erleichtere es, sich die Termine zu merken, so Gerlach.
Der Antrag wurde einstimmig angenommen – vorbehaltlich der Haushaltsfreigabe.
Ohne persönliche Vorstellung, aber mit klarer Zielsetzung stellte die Warnemünder Trachtengruppe einen Antrag über 300 Euro für neue Stoffe. Auch hier votierte der Ortsbeirat einstimmig für eine Unterstützung.
Besonders lebendig wurde es beim dritten Antrag des Gemeinnützigen Vereins für Warnemünde e.V. Sabine Engel stellte das Konzept für ein neues Veranstaltungsformat vor, das am 29. August von 10 bis 15 Uhr im Kurhausgarten Premiere feiern soll. „In Rostock gibt es auf dem Universitätsplatz längst einen Bürgerbrunch. Bei uns wird es das ‚Frühstück am Meer‘“, erklärte Engel. Geplant ist ein offenes „Selbstmitbringer-Frühstück de luxe“ in Kooperation mit dem Kurhaus Warnemünde.
Das Prinzip ist ebenso einfach wie charmant: Große Tische werden aufgestellt, jede und jeder bringt sein Lieblingsfrühstück selbst mit. Ob Brötchen, Marmelade, Butterdose oder die gute alte Sammeltasse – alles ist willkommen. Tischdecken ausbreiten, ins Gespräch kommen, teilen, lachen und Gemeinschaft genießen – das steht im Mittelpunkt. „Wir möchten vor allem Einheimische ansprechen – Junge wie Alte“, so Sabine Engel. Das Format eigne sich auch für kleine private Anlässe: „Ich habe Geburtstag und lade zum Frühstück ein.“ Zur Premiere werden zwischen 200 und 300 Gäste erwartet.
Auch für Kinder soll es Angebote geben. Geplant sind der Spiel- und Sportanhänger des SV Warnemünde (300 Euro) sowie eine Hüpfburg (170 Euro). Fällt die Förderung weg, müssten diese Programmpunkte entfallen. Musik war ursprünglich vorgesehen, doch die GEMA-Gebühren erwiesen sich als zu hoch. „Im Vordergrund stehen das Frühstück und die Gemeinschaft“, betonte Engel.
Der Eintritt ist frei. Der gemeinnützige Verein darf lediglich Spenden annehmen. Das Kurhaus übernimmt Organisation und Infrastruktur, stellt Tische und Stühle, öffnet den Kiosk und erhebt dafür einen Kulturbeitrag von 3 Euro pro Person. Picknickkörbe sollen für Kurzentschlossene angeboten werden. Auch Zuckerwatte, Waffeln und ein zusätzlicher Kaffeeautomat sind geplant.
Zudem sollen Bauzaunbanner und Flyer mit QR-Code auf die Veranstaltung aufmerksam machen. Tische können vorab per E-Mail an fruehstueck.am.meer@web.de reserviert werden.
Der beantragte Zuschuss in Höhe von 470 Euro wurde einstimmig bewilligt – ebenfalls unter Haushaltsvorbehalt.
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