Warnemünde entwickelt sich zu einem wichtigen Baustein der Energiewende in Deutschland. Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock begrüßt die Entscheidung des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, den ersten Großauftrag für den Bau einer Offshore-Konverterplattform nach Warnemünde zu vergeben. Das Projekt soll nicht nur die maritime Industrie stärken, sondern auch zahlreiche neue Arbeitsplätze schaffen.
Die Offshore-Konverterplattform entsteht in Zusammenarbeit zwischen der zur Meyer-Gruppe gehörenden Neptun Werft, dem Stahlbauunternehmen Smulders und Siemens Energy. Gemeinsam setzte sich das Konsortium in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren für das Offshore-Netzanbindungsprojekt „North Sea Connector 2“, bestehend aus einer Plattform auf dem Meer und einer Station an Land, durch. Erstmals sollen damit Offshore-Konverterplattformen des neuen 2-Gigawatt-Standards überwiegend in Deutschland gebaut werden.
Parallel laufen Verhandlungen über eine zweite Konverterplattform ähnlicher Größe. Beide Projekte könnten für das Joint Venture Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe) ein Auftragsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro erreichen. Der überwiegende Teil der Wertschöpfung würde dabei in MV erfolgen.
Mit dem Auftrag sind erhebliche wirtschaftliche Impulse für die Region verbunden. Bei Neptun Werft und Smulders sollen rund 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Darüber hinaus werden während der Bauphase bis zu 500 weitere Jobs bei Zulieferern und Dienstleistern erwartet. Damit stärkt das Vorhaben nicht nur die industrielle Basis vor Ort, sondern schafft auch wertvolles Know-how in einer Zukunftsbranche, die für die Energiewende von zentraler Bedeutung ist.
„Als Hanse- und Universitätsstadt Rostock freuen wir uns riesig über diese gute Nachricht. Der Milliardenauftrag an Neptun/Smulders für den Bau von Konverterplattformen ist ein starkes Signal – für unsere Werft, für die maritime Industrie und für die gesamte Region. Er zeigt, dass in Rostock Innovationskraft, Kompetenz und Leistungsbereitschaft zuhause sind“, betont Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger.
Weiter erklärt sie: „Dieser Auftrag schafft und sichert nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern stärkt auch unsere Rolle als Leuchtturm der Energiewende im Ostseeraum. Offshore-Windenergie ist Zukunft – und Rostock gestaltet diese Zukunft aktiv mit.“
Das Konsortium übernimmt die komplette Planung, Beschaffung, Fertigung, Installation und Inbetriebnahme der Anlagen. Siemens Energy liefert die Hochspannungs- und Konvertertechnik sowie Transformatoren und Schaltanlagen. Die Neptun Werft fertigt die sogenannte Topside – das Herzstück der Offshore-Plattform, in dem die technische Ausrüstung untergebracht wird. Der Großteil der Konstruktion und Fertigung soll in Rostock erfolgen.
Die Offshore-Plattform wird künftig rund 200 Kilometer westlich von Sylt in der Nordsee installiert. Die landseitige Konverterstation entsteht an einem neuen Umspannwerk bei Mühlenbeck nahe Schwerin. Dort wird künftig die Gleichstromverbindung NordOstLink enden, die Offshore-Windstrom aus der Nordsee nach Mecklenburg-Vorpommern transportiert.
50Hertz-Chef Stefan Kapferer wertet die Vergabe als wichtigen Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. „Es beweist, dass heimische Werften beim Bau von Offshore-Plattformen mittlerweile wettbewerbsfähige Angebote abgeben können“, erklärte er. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich, die Verhandlungen über das zweite Konverterprojekt zeitnah abschließen zu können.
Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bezeichnete den Auftrag als „starkes und ermutigendes Signal für Deutschland“. Die Entscheidung zeige die technologische Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie und schaffe neue Perspektiven für Beschäftigung, Wertschöpfung und die Energiewende.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sprach von einer „hervorragenden Nachricht für Mecklenburg-Vorpommern“. Die Projekte stünden für gute Arbeitsplätze, industrielle Wertschöpfung und Zukunftstechnologien und stärkten das Land als bedeutenden Werften- und Industriestandort.
Auch die Stadtverwaltung hatte den vorangegangenen Prozess im Rahmen ihrer Möglichkeiten begleitet und unterstützt. Nun sehen die Verantwortlichen die Vergabe als wichtigen Meilenstein für die weitere Entwicklung des maritimen und industriellen Standorts.
„Dies ist ein toller Tag für unsere Stadt. Wir danken allen Akteuren in den beteiligten Unternehmen, beim Bund und beim Land für ihr starkes Engagement, Warnemünde als Standort für den Bau von Konverterplattformen auf die europäische Landkarte zu heben“, sagt Senator Chris von Wrycz Rekowski.
Für ihn zeigt die Entscheidung weit über die Region hinaus: „Hier zeigt sich, welche großen wirtschaftlichen Perspektiven die Transformation unserer Energieversorgung bietet. Als Hanse- und Universitätsstadt Rostock werden wir auch zukünftig alles uns Mögliche tun, um diese Chancen entschlossen für unsere Region zu nutzen.“
Mit dem Zuschlag für die erste Offshore-Konverterplattform erhält Warnemünde Rückenwind für seine Entwicklung zu einem bedeutenden Standort der Offshore- und Energietechnologie. Gleichzeitig unterstreicht das Projekt die wachsende Bedeutung Mecklenburg-Vorpommerns beim Ausbau erneuerbarer Energien und der industriellen Transformation Deutschlands.
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