Neues Fritz-Reuter-Ensemble soll im Juli eingeweiht werden


02. April 2024

In Rostock wird des Mecklenburger Heimatdichters Fritz Reuter (1810-1874) in vielerlei Hinsicht gedacht: Der Stadtteil Reutershagen, das urige Restaurant „Fritz-Reuter-Stuben“, das Fritz-Reuter-Denkmal und mindestens ein Fritz-Reuter-Gedenkstein zeugen von seinem Erbe. Auch in Warnemünde, dem charmanten Ostseebad, erinnerte man sich an den großen Dichter – bis vor Kurzem jedoch war ein Teil dieser Erinnerung nahezu vergessen: die Warnemünder Reuter-Eiche.

Auf Initiative des „Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgegend“ wurde am 6. November 1910, anlässlich des 100. Geburtstags des Dichters, ein „ursprünglicher“ Reuter-Stein eingeweiht. Dieser markierte die Stelle einer neu gepflanzten Eiche, gewidmet dem Andenken an Fritz Reuter.

Die überraschende Anfrage eines Herrn aus Grevesmühlen ans Heimatmuseum Warnemünde brachte die Existenz dieser Reuter-Eiche ans Licht. Museumsleiter Christoph Wegner und andere Warnemünde-Kenner waren gleichermaßen erstaunt. Eine Postkarte aus dem Fundus des Museums, die die Einweihung des Reuter-Steins zeigt, bestätigte die Vermutung: Der Stein stand zu Füßen eines jungen Baumes.

Doch wo genau stand dieses Ensemble? Nach der Denkmalliste im Warnemünder Kurpark, oder laut Klaus Möller, dessen Großvater an der Einweihung beteiligt war, auf der Sedan-Wiese westlich des heutigen Stephan-Jantzen-Parks? Das heutige Parkhaus auf der Wiese lässt vermuten, dass der ursprüngliche Reuter-Stein nicht mehr existiert. Doch die Hoffnung, die Reuter-Eiche zu finden, blieb bestehen, denn in der Umgebung gab es viele Eichen. Doch welche war nun die richtige?

„Weder Reuter-Stein noch Reuter-Eiche waren auf den Ortsplänen von 1910/11 verzeichnet“, berichtet Museumsleiter Christoph Wegner. Ein Bericht über die Einweihung am 6. November 1910 brachte Licht ins Dunkel: Die Rostocker Zeitung schrieb damals: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. (…)"“

Dieser Hinweis führte zu einer vielversprechenden Entdeckung. Eine stattliche Eiche, wenige Meter nördlich des Parkhauses und unmittelbar hinter der Bebauung am Strandweg, könnte die gesuchte Reuter-Eiche sein. Horst D. Schulz vom Museumsverein ermittelte mit einer komplizierten Berechnung anhand des Umfangs sogar das Alter des Baumes. Alles passt.

Die Warnemünder Vereine – allen voran der Museumsverein, der Leuchtturmverein, der Warnemünde-Verein und die Trachtengruppe – setzen sich nun dafür ein, die stattliche Eiche am 12. Juli 2024, dem 150. Todestag von Fritz Reuter, ganz offiziell als „Warnemünder Reuter-Eiche“ zu ernennen. Das städtische Grünamt unterstützt das Vorhaben. Es fehlen jedoch noch ein Gedenkstein, eine Sitzbank samt zweisprachiger Erinnerungstafel und die Pflasterung der Fläche rund um die Bank. Der Ortsbeirat Warnemünde/Diedrichshagen hat bereits angekündigt einen Teil der Kosten – knapp 2.600 Euro – aus dem frei verfügbaren Budget begleichen zu wollen. Aber das wird nicht reichen – es wird dringend Geld benötigt. Eine Spendenaktion läuft über den Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V., der unter der IBAN: DE14 1305 0000 0201 0748 93 ein Spendenkonto eingerichtet hat. Als Verwendungszweck sollte „Reuter-Eiche“ hinterlegt sein.

Am 12. Juli wird das neue Ensemble mit einer kleinen Zeremonie und einem Auftritt des Shantychors De Klaashahns eingeweiht, der alle sechs Strophen von „Ik weit einen Eikbom“ von Fritz Reuter zum Besten geben wird.


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