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Wintervergnügen am Strand

Eigentlich sollte das Warnemünder Wintervergnügen im Schnee stattfinden, so jedenfalls kam die Idee zustande. Es scheint jedoch, so die Vorhersagen der Wetterexperten, auch vom 3. bis 5. Februar keinen Schnee an der Küste zu geben. Trotzdem wird die Veranstaltung natürlich durchgezogen. Im vergangenen Jahr fand das Wintervergnügen trotz heftigen Weststurmes und ebenfalls ohne Schnee statt. Für 2012 haben sich die Organisatoren auf beide Wintermodelle vorbereitet. Mit oder ohne Schnee.

Höhepunkt wird am 4. Februar das Winterreiten am Strand sein. Das Training der  Pferdefreunde läuft auf Hochtouren und Kutschfahrten entlang des Strandes gehören ebenfalls  zum Programm. Das „Warnemünder Wintervergnügen“  wird von vielen Mitstreitern getragen und stammt aus der Feder von Jörg Bludau, dem Betreiber des Kongreß- und Veranstaltungsservice KVS. Natürlich wird auch in diesem Winter wieder ein Stück warmer Sommer nachempfunden. Dafür sorgen kleine und große Lagerfeuer am Strand. Strandkörbe und ein gemütliches Vergnügungszelt werden auch bei diesem Wintervergnügen nicht fehlen.

Veranstaltungsprogramm zum Download (PDF)


Das Straßensanierungsdrama geht weiter

Den Warnemündern alles recht zu machten, ist fast unmöglich – leider. Immer noch streiten die Anwohner der zu sanierenden Straßen über das „Wie“ und „Wann“. Nachdem die Alexandrinenstraße zum größten Teil bereits neu gestaltet ist, wird nun um die Friedrich-Franz-Straße gestritten. Und wieder geht es um alte Lindenbäume, Parkplätze und Straßenbreiten.

Jetzt hat sich noch eine „demokratische“ Umweltinitiative namens „Roter Frühling“ zu Wort gemeldet. Sie verschickte Schreiben über Kosten und Bauumfang an die Anwohner. Nach dem jetzigen Stand der Vorbereitungen zur Rekonstruktion der Straße, werden die restlichen Monate des Jahres 2012 wohl nicht ausreichen, um zu einem geordneten Baubeginn zu kommen. 


Kurbibliothek steht noch immer auf der Kippe

Die Warnemünder Kurbibliothek ist im Wahlkampf um den neuen (oder alten) Rostocker Oberbürgermeister angekommen. Alle Kandidaten sprechen sich für den Erhalt der Bibliothek aus, keiner aber weiß so ganz genau, woher das Geld für das Betreiben der Lesehalle kommen soll.

Aus der Bevölkerung kamen hingegen zahlreiche Vorschläge, das kleine Haus doch einfach ehrenamtlich zu betreiben. Dagegen sind wiederum die Berufsbibliothekare. Inzwischen melden sich sogar schon Touristen zu Wort und sprechen sich für den Erhalt der Lesehalle aus. Man darf gespannt sein, wie das Geplänkel ausgehen wird. 


Kleine Turnhalle von außen noch nicht saniert

Die kleine Turnhalle der Internationalen Schule Rostock ecolea macht gegenwärtig von außen noch immer den Eindruck, als wäre der Zweite Weltkrieg eben gerade zu Ende gegangen. Der brüchige Putz stammt noch aus der Zeit als die Turnhalle gebaut wurde, und das ist nun schon 97 Jahre her.

Aus dem 2. Weltkrieg ist sogar noch eine Markierung für die Wehrmacht erkennbar, in welche Richtung es zur Großen Laak geht. Die Turnhalle im Inneren hingegen ist Tip-Top saniert und verfügt über eine vorzügliche Sportanlage.


Ältester Friseursalon in Warnemünde

Am Warnemünder Kirchenplatz, Ecke Mühlenstraße, befindet sich der wohl älteste Friseursalon des Seebades. Einst vor etwa 80 Jahren eröffnete der Warnemünder Friseurmeister Lindow hier seinen Herrenfriseursalon. Warnemünder Männer ließen sich bei Lindow jahrzehntelang ihre Haare schneiden, rasieren oder den Bart stutzen.

Nach dem Ausscheiden des Eigentümers wurde der Salon zusammen mit anderen Warnemünder Friseursalons zu einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) umgewandelt. Diese PGH trug den Namen „Ostseewelle“, was ja auch passend war. In Warnemünde wurde dieser Salon zum Synonym für die Matrosen der 4. Flottille der DDR-Marine. Hier ließen sich fast alle Matrosen die Haare schneiden. Nach der Wende blieb der Salon erhalten. Nachdem die Matrosen und viele Werftarbeiter verschwanden, werden hier auch Dauerwellen und Damenhaarschnitte ausgeführt.


Kopflinden vor dem Strand-Hotel Hübner beschnitten

Während in der Mühlenstraße wegen der ungeklärten Straßenrekonstruktion die alten Kopflinden nicht beschnitten wurden und an alten Ästen ihr Grün wachen lassen, sind die Kopflinden vor dem Strand-Hotel Hübner gegenwärtig ohne Zweige zu bewundern. An den knorrigen und seltsam anmutenden Ästen werden sich erst im Frühjahr neue Zweige bilden und danach wieder zu einem grünen Dach über den kleinen Hübnerschen Biergarten entwickeln.


Friedrich-Franz-Straße: Kopflinden sind nachgewachsen

Die Linden in der Friedrich-Franz-Straße gehören ebenfalls zu den Streitpunkten bei der Sanierung der Straße. Im vergangenen Jahr wurden die Bäume erneut beschnitten und im nassen Sommer 2011 wuchsen die Triebe kräftig aus. Der grüne Charakter dieser Straße wird mit dem kommenden Frühling wieder sichtbar in Erscheinung treten.


Stranddiele im Hotel Am Leuchtturm schließt im Februar

Die Stranddiele im Hotel Am Leuchtturm an der Seepromenade hat eine lange Tradition. Bereits in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts war die Stranddiele eine besondere Adresse für alle Kurgäste und Einheimischen, die gepflegt ausgehen und tanzen wollten. Vor der Stranddiele befand sich ein Kaffeegarten mit einer Tanzfläche. Das ist längst Geschichte.

Nach der Wende 1991 wurde hier erneut eine Stranddiele eröffnet, jedoch mit einem anderen Charakter. Der Kaffeegarten entstand erneut und köstliches Speiseeis stand im Vordergrund der Angebote. Im Hochsommer war hier kaum ein Platz für einen der schmackhaften Eisbecher zu bekommen. Nun schließt die Eisdiele im Februar für immer ihre Pforten. Eine beliebte gastronomische Einrichtung verschwindet damit aus dem Seebad. Voraussichtlich übernimmt ein Textilshop die Räumlichkeiten.


Seenotretterhaus wird saniert

Das einstige Wohnhaus des legendären Warnemünder Lotsenkommandeurs Stephan Jantzen ist heute ein Haus der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS). Es dient als Informationszentrum über den Seenotrettungsdienst und als Aufenthaltsstätte für die Crews der Seenotkreuzer. Gegenwärtig wird das unter Denkmalschutz stehende Haus aufwendig saniert. Dach und Fassade sind bereits überholt. Nun sind die Arbeiten am Haus  ins Stocken gekommen.

Es ist zu einem so genannten „Tüschenstreit“  mit dem Bauamt gekommen.  Die Tüsche ist ein Gang zwischen zwei Fischerhäusern. Eine Tür ist der Streitpunkt. Brandschutz, Tüschenbreite und der weitere Zugang zum Haus sind nicht in Übereinstimmung mit dem Bauamt zu bringen. Dadurch kann das Informationszentrum vorläufig nicht für Besucher geöffnet werden. Die Seenotretter hoffen, dass es rasch zu einer Entscheidung von Seiten der Hansestadt  kommt, damit die Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden können.


Gute Aussicht am Alten Strom

Am Alten Strom gibt es zu jeder Zeit große und kleine Schiffe zu sehen. Die Fährschiffe ziehen planmäßig ihre Kurse und sind immer einen Blick wert. Die Aussicht auf die Rostocker Schifffahrt wird sich zu Beginn der Saison noch verbessern. Dann gesellen sich zu den Fähren, Containerschiffen und Tankern, die großen Kreuzliner. Von der letzteren Sorte wird es über 180 geben.


Exakt verlegtes Kopfsteinpflaster

Es ist kaum anzunehmen, dass das alte Kopfsteinpflaster in der Alexandrinenstraße,  der ältesten Straße Warnemündes, einst so exakt verlegt wurde, wie bei der Rekonstruktion dieser Straße im Jahre 2011/12. In Reih und Glied liegen Kopfstein an Kopfstein aneinandergereiht in der Fahrstraße. Wer genau hinschaut, wird nicht einmal kleine Erhöhungen oder Absenkungen in den Steinreihen feststellen.

Damit ist die Straße auch für Damen mit hohen Hackenschuhen geeignet, meinen die Anwohner bereits scherzhaft. Diese Sanierung wird die nächsten 100 Jahre mit Sicherheit unbeschadet überstehen!


Zweitälteste Kneipe Warnemündes: Seekiste zur Krim

Die „Seekiste zur Krim“ ist die zweitälteste Kneipe in Warnemünde. Sie wurde bereits 1856 eröffnet. Von der bekannten Gaststätte Jungmann, heute „Zum Stromer“,  weiß man, dass sie bereits 1842 eine Ausschanklizenz erhielt. Während des so genannten Krimkrieges 1853 bis 1856 war der Seehandel besonders lohnend. Damals verdienten die neutralen Seeschiffer an diesem Krieg sehr viel Geld, egal für welches Land sie Frachten transportierten. Durch den daraus resultierenden Reichtum ist wahrscheinlich auch die „Krim“ entstanden. Die Kriegsgewinne mussten schließlich irgendwie angelegt werden.

Bei der Eröffnung der Gaststätte 1857 wurde die Krim noch mit zwei „M“ geschrieben, irgendwann ging das zweite „M“  verloren, warum auch immer. Ein Musikdirektor, als späterer Besitzer des Hauses, taufte die „Krimm“ in „Mecklenburger Hof“ um. Nach verschiedenen Eigentümern verschwand der Name Mecklenburger Hof. 1982 wurde die Gaststätte umgebaut, hieß fortan „Seekiste zur Krim“ und ist bei Einheimischen wie Feriengästen äußerst beliebt.


Kurhaus macht Winterpause

Auch das muss sein: Winterpause im Kurhaus. Die Mitarbeiter des Hauses haben es sich verdient. Ein turbulentes Jahresende bescherte dem Kurhaus nochmals viele Besucher. Der Januar ist für Warnemünde ein Monat mit wenigen Urlaubern und Tagesgästen, zumal auch stürmischer Regen die Besucher verscheuchte.

Diese „Sauregurkenzeit“ nutzte das Kurhausmanagement, um etwas Urlaub zu machen und alles im Hause saisonklar zu gestalten. Am 3. Februar öffnet das Kurhaus wieder, dessen Haupteingang an der Promenadenseite gegenwärtig  mit einem Gittertor verschlossen wurde.


Weg bis zur Stromfähre ist ziemlich lang

Einen Dreiviertel-Kilometer benötigen Rollstuhlnutzer, um vom Bahnhof bis zur Stromfähre nach Hohe Düne, oder umgedreht, zu gelangen. Ein langer beschwerlicher Weg, der aber mit Beginn der Kreuzfahrtsaison um einige Meter verkürzt werden soll. Die Schließung des Bahnhofstunnels durch die Deutsche Bahn ist frühestens für 2014 vorgesehen.


Wohngebiet am Leuchtfeuer beginnt

Noch liegt eine graue Landschaft zu Füßen des Nordkreuzes bis zur Alten Bahnhofstraße. Hier entsteht in nächster Zeit der Wohnpark „Am Molenfeuer“. Zentrum ist der alte Molenturm, der einst auf der Ostmole und zuvor auf der Mittelmole stand. Er hat ein Alter von etwa 120 Jahren erreicht und trotzte vielen Stürmen bei rauer See.

Jetzt wird er in dem neuen Wohnpark sein wahrscheinlich letztes Gnadenbrot erhalten. Dafür muss er aufwendig überholt werden. In den nächsten Wochen und Monaten wird mit den Gründungsarbeiten für den Wohnpark begonnen. Das Baufeld beträgt 56.000 m². 450 Wohneinheiten entstehen auf dem Gelände.


Was ich noch sagen wollte...

…die Hansestadt Rostock muss mächtig viel Geld haben! Soviel, dass sie sich eine zweite, Tourismusinformation leisten kann. Eine in Warnemünde, die bescheiden anzuschauen ist, und eine zweite im Rostocker Barockhaus am Universitätsplatz mit Luxusausstattung. Gewiss, Repräsentation muss sein. Aber müssen es unbedingt über 150.000 Euro sein, um sich zu präsentieren? Zumal, wenn man bedenkt, dass es in Warnemünde eine weitere, und viel wichtigere, Touristeninformationszentrale gibt? In Warnemünde ist schließlich der Rostocker Tourismus zu Hause. Hierher kommen die nationalen und internationalen Touristen! Hier wird sich umfangreich informiert. Über 180 Kreuzliner schütten im Ostseebad ihre neugierigen Passagiere aus. Welche dieser internationalen Touristen, die zweifellos auch einen Trip nach Rostock unternehmen, werden Zeit haben die neue Rostocker Luxus- Tourismuszentrale zu besuchen. Wozu auch?  Da liegt ihnen Warnemünde näher und von hier aus sehen sie sogar ihr Schiff im Hafen.

Aber, wie zu hören ist, wird ihnen das auch nicht viel nützen, denn hier wird nur noch Informationsmaterial gegen Bargeld ausgelegt. Der neue Tourismusdirektor nennt es lächelnd „Stadtmarketing Initiative“. Damit soll, vielleicht etwas erpresserisch, angeblich eine Fremdenverkehrsabgabe vermieden werden. Eine Strategie, die mehr als zweifelhaft scheint. Zusätzlich schließt dann auch noch die Kurbibliothek. Kein Geld für einen Bibliothekar. Natürlich steht das im krassen Widerspruch zu den luxuriösen Ausgaben der Rostocker Infozentrale. Na ja, dafür muss alles andere eben etwas kleiner geschrieben werden. Die Hanse Sail speckt 2012 ebenfalls ab, weil die meisten Oldtimer nach London zu den Olympischen Spielen segeln. Fast hätten die olympischen Segelwettbewerbe 2012 in Warnemünde stattgefunden, wenn  Leipzig bei der Bewerbung nicht gepatzt hätte. Nun ja, dadurch haben wir jetzt die Yachthafenresidenz Hohe Düne mit dem 5-Sterne-Seglerhafen.
Der Investor dieses Objektes ist inzwischen in die deutschen Gesetzesmühlen geraten. Ihm werden Unregelmäßigkeiten vorgeworfen. Jetzt liegt bereits ein weiteres Großprojekt genau gegenüber der Yachthafenresidenz auf dem Tisch des Seebades: Die Halbinsel Mittelmole – nordöstlicher Teil. Sie soll bebaut werden. Womit, weiß noch keiner so genau. Wird da am Ende alles korrekt zugehen? Wir Warnemünder sind skeptisch geworden. Besser gesagt, wir waren es schon immer. Darum liebt uns die Hansestadt Rostock auch nicht so sehr.

Apropos Liebe: Irgendjemand ließ mir kürzlich mein Horoskop für das Sternbild des Stieres, in dem ich geboren wurde, zukommen. Darin stand folgender Ratschlag: „Trinken sie täglich ein großes Glas Leitungswasser! Ihr Flüssigkeitshaushalt ist gegenwärtig nicht ausgewogen. Sie trinken zu wenig und essen zu viel“! Na, wenn das keine Liebe ist! Dazu muss ich sagen, das Rostocker Leitungswasser ist zurzeit eines der besten seiner Art. Daher mag ich auch das Rostocker Bier am liebsten. Das meint heute Ihr Warnemünder Gerhard Martens.

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