Warnemünde ist seit der letzten Woche um eine Attraktion reicher. Am Donnerstag und Freitag wurde im ehemaligen Cafè Meyer, Alexandrinenstraße 60, das Ringelnatz eröffnet. Und es war eine Eröffnung nach Maß – Ute Freudenberg am Donnerstag, Keimzeit am Freitag – beides musikalische Highlights und beide mitten in Warnemünde. Simone Janack (46) und Ralf Greuel (45), die beiden Betreiber, sind durch ihre Saftbar Vitaminschock längst alte Bekannte im Ostseebad. In Berlin geboren, sind sie vor fünf Jahren nach Warnemünde gezogen. Als sie erfuhren, dass sie ihre Säfte im Lieblingscafè von Ringelnatz verkauften, entstand die Idee für dieses einzigartige Haus.
Eines schon mal vorweg: Die beliebten Säfte werden auch weiterhin im Straßenverkauf zu denselben Preisen angeboten, wie in den vergangenen Jahren. Hinzu kommen leckere Frühstücksangebote, mit so interessanten Namen wie „Muschelkalk“ und „Mariners Lust“, spezielle Bioprodukte und wöchentlich wechselnde Überraschungsangebote. Alles wird an einer offenen Theke zubereitet, die auch als Bar genutzt werden kann. Der Gastraum wird durch gemütliche dunkelrote Sofas und natürlich unzählige Ringelnatzbilder bestimmt.
Durch eine goldfarbene Schiebetür gelangt man schließlich in die 130m² große Galerie. „Samtwurst & Seidenschwein – Alraunes wundersame Fleischerei“ heißt die erste skurrile Ausstellung. Alles, was sich echte Fleischesser wünschen, gibt es hier „in Stoff“ zu sehen: Rot-, Weiß- und Blutwürste, Wurstzipfel mit Gesichtern, Stadtplan-Wurst, natürlich Ringelnatz-Wurst, Fleisch, Fisch, selbst ein ganzes Schwein. Die obligatorische Fleisch-Fachverkäuferin mit Kippe im Mund und Fadenspiel in der Hand hat es sich auf der Theke bequem gemacht und ein Pianist im Trauerfrack spielt am Wurstklavier die "Auferstehungsmelodie für alle Wurstzipfel.“ Eine genähte Wurstmaschine, ein Fleischwolf und ein Wurstkarussell runden das Panoptikum von Alraune Siebert ab.
Zwei Jahre lang nähte die Künstlerin mit den langen roten Haaren tagaus tagein an ihren phantasievollen Figuren. „Es war der Besuch der kleinen Metzgereigeschäfte auf dem Viktualienmarkt in München, der mich gereizt hat, dieses Thema aufzugreifen: Ich gehe furchtbar gern dorthin und am Schönsten ist es, wenn der Laden voller Kunden steht und ich bin ganz hinten!“
Die Ausstellungsbesucher fühlen sich als Kunden, sie stehen in der Schlange und bewundern die Auslagen.
Das traditionsträchtige Café Meyer
Wir berichteten in dieser und auch in der vergangenen Ausgabe ausführlich von der Eröffnung des Ringelnatz-Hauses in der Alexandrinenstraße 60. Alten Warnemündern war dieses Haus stets als Cafè Meyer bekannt, und die Männer nannten es gar Kluckencafe, weil hier ihre Ehefrauen über Gott und die halbe Welt herzogen. Auf bequemen Stühlen sitzend, erzählten sich die alten Damen den neuesten Warnemünder Klatsch, tranken Kaffee und aßen Torte. Vorzügliche Torten entstanden in der hauseigenen Bäckerei.
Wenn früher Feiern in Warnemünder Familien anstanden, wurden die notwendigen Torten bei Cafè Meyer. Sie waren wirklich die besten im Seebad. Kein Warnemünder Bäcker konnte so vorzügliche Torten herstellen, wie die Konditorei Meyer. Natürlich war schon damals bekannt, dass Joachim Ringelnatz, der mit bürgerlichen Namen Hans Bötticher hieß, hier einige Zeit einen Stammplatz hatte, an dem er unter anderem Verse für seinen Gedichtband „Kuttel Daddeldu“ schrieb.
„Vor der Grundsteinlegung war an dieser Stelle ein Kinderspielplatz. Meine Tochter war damals sehr traurig, als der Spielplatz verschwand“ so der langjährige Warnemünde-Fan Klaus Beyer (78) aus Halle. Wo einst die Kinder ausgelassen spielten steht seit nunmehr 40 Jahren das traditionsreiche 5-Sterne-Hotel NEPTUN.
Mit einer großen Jubiläumsausstellung im kleinen Foyer wurde die Festwoche zum 40. Geburtstag am Montag feierlich eröffnet. Zu sehen gibt es vieles und ebenso viele Erinnerungen werden wach. Gezeigt werden ganze Hotelbereiche, bebildert im Wandel der Zeit, die Zimmer von damals und heute, das ehemalige Meeresbrandungsbad, der alte „Seemannskrug“, das Spezialitätenrestaurant „Schillerstraße 14“ und, und, und...
Vor etwa einem Jahr wurde die Idee für eine Jubiläumsgalerie geboren. Die beiden Organisatorinnen Juliane Gorski und Silke Greven begaben sich alsbald auf Schatzsuche. Archive und Lager wurden seither geöffnet, alte Fundstücke entstaubt. Gäste und Mitarbeiter brachten Leihgaben – private Fotos, Zimmerkarten und sogar eine alte Preisliste aus dem Jahr 1975. „Am Ende hatten wir so viel Material, dass wir uns kaum entscheiden konnten“, erzählt Direktionsassistentin Juliane Gorski. „Besonders schön waren auch die persönlichen Geschichten, die unsere Gäste zu ihren Erinnerungsstücken schrieben“, fügt PR-Chefin Silke Greven hinzu. Viele dieser persönlichen Geschichten wurden im Internet mit Hilfe eines Zeitstrahls veröffentlicht.
Die Jubiläums-Ausstellung ist noch bis Ende August kostenlos im Hotel NEPTUN zu sehen.
Auf der Bahnhofsbrücke über den Alten Strom ist es eng geworden. Immer noch ist die Brücke halbseitig gesperrt. So müssen sich die vielen Urlauber, Besucher und Warnemünder über die halbe Brücke drängeln. Dabei haben es Rollstuhlfahrer und Behinderte besonders schwer.
Für alle Nutzer der Brücke ist es unverständlich, dass das Bauwerk gerade zu Beginn der Hochsaison rekonstruiert wird. Viele Monate zuvor ließ die Stadt nichts an dem maroden Zustand ändern. Nun wird als neuer Fertigstellungstermin Ende Juni angepeilt. Die meisten Brückennutzer sind bei dieser Aussage äußerst skeptisch. Am 2. Juli beginnt bereits die 74. Warnemünder Woche. Dann gibt es auf dieser halbseitigen Brücke kein Durchkommen mehr.
Fast täglich steuern in diesen Wochen internationale Kreuzliner den Warnemünder Passagierhafen an. Anlässlich eines weiteren Dreifachanlaufes veranstaltet die Rostocker Hafen- und Entwicklungsgesellschaft HERO am 4. Juni die zweite Port-Party der Saison. Los geht es um 19 Uhr an Karls Pier 7. Die Moderation haben der Warnemünde-Experte Horst Marx und der NDR 1 Sprecher Marko Vogt übernommen. Der Warnemünder Shantychor „De Klaashhans“ und die heimische Trachtengruppe unterhalten die Gäste.
Wenn gegen 20 Uhr die „Costa Atlantica“ den Hafen verlässt, ertönt am Hafen die Warnemünder Port-Hymne. Gegen 21.30 sticht die „Vision of the Seas“ in See und gegen 22 Uhr verlässt dann die „Marco Polo“, begleitet von einen Höhenfeuerwerk, den Warnemünder Passagierhafen. Die „Marco Polo“ eröffnete übrigens am 20. April die Warnemünder Kreuzfahrtsaison 2011.
Natürlich laufen auf den Kreuzlinern während der Liegezeit am Passagierhafen ständig die Versorgungsgeneratoren. Bordeigner elektrischer Strom muss erzeugt werden. Nun haben einige Warnemünder ihre Bedenken geäußert, dass die Kreuzliner die genehmigten Emissionswerte überschreiten. Dazu wurde jetzt bekannt, dass die zugelassenen Werte nahezu bei jedem Kreuzlineranlauf unterschritten werden.
Der Warnemünder Passagierhafen liegt direkt an der offenen See und die Abgase werden in der Regel sofort und großräumig verweht. Diese günstige Situation gibt es nicht in jedem Hafen. In Stockholm driften die Abgase direkt in die Stadt. Ähnlich ist es in Venedig. Gewiss wird es eines Tages teure elektrische Landanschlüsse geben. Ob sie für Warnemünde notwendig sind, ist fraglich. Dafür befindet sich hier eine perfekte Abwasserentsorgung im Bau. Ab 2012 können die Kreuzliner ihr gesamtes Abwasser ins Landnetz pumpen, und brauchen nicht das Meer verschmutzen.
In dieser Kreuzfahrt- und Feriensaison ist der S-Bahnübergang am Ende der Alten Bahnhofstraße in beide Richtungen das absolute Nadelöhr in Warnemünde. Verschärft wird die Lage dadurch, dass die Werftstraße auch gesperrt ist. Am Bahnübergang stauen sich die Pkws und Reisebusse der zahlreichen Kreuzliner zu langen Warteschlangen. Der Rückstau von Warnemünde führte in den Spitzenzeiten bis weit in die Rostocker Straße und auf der Gegenseite bis zum Kreuzfahrtterminal. Diese Misere wird sich erst ab November 2011 ändern, dann nämlich kann der Verkehr über die Brücke des Nordkreuzes rollen.
Die Warnemünder Fußballer und Leichtathleten fordern seit Jahrzehnten einen neuen Rasen für den Sportplatz an der Parkstraße. Die Stadt hatte den Sportlern in den letzten Jahren oft Besserung versprochen. Doch dabei blieb es auch. Nun scheint es endlich soweit zu sein. Eine Baufirma begann am 30. Mai damit, die Voraussetzungen zu schaffen, um hier einen Kunstrasen anzulegen. Bis Anfang September soll der Rasen verlegt sein. Das Vorhaben wird etwa 535.000 Euro verschlingen. In Planung befindet sich auch eine 3-Felder Sporthalle. Ihr Bau könnte noch im Jahre 2012 erfolgen. Mit diesen Maßnahmen würde eine Reihe von Beschlüssen verwirklicht, die zum Teil schon mehrere Jahre alt sind.
Dass an den Warnemünder Stränden alles in Ordnung ist, davon künden auch in diesem Jahr wieder die „Blauen Flaggen“. In Warnemünde flattern seit dieser Woche gleich drei „Blaue Flaggen“ – am Hauptbadestrand, auf Höhe des Hotels Stolteraa und am Rettungsturm 3 in Markgrafenheide. „Das Badevergnügen in Warnemünde und die ausgezeichnete Badewasserqualität gehören für Gäste und Urlauber einfach zusammen. Wir freuen uns, dass die ,Blauen Flaggen‘ das auch in diesem Jahr an den Rostocker Stränden ganz offensichtlich zeigen“, freut sich Tourismuschef Matthias Fromm.
Zum 15. Mal hat die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung Rostocks Seebad drei „Blaue Flaggen“ 2011 verliehen. Sie sind das Zeichen für besonders gute Wasserqualität, gutes Umweltmanagement, sowie für Sicherheit und Service.
Bis September wird alle vier Wochen die Badewasserqualität erneut geprüft. Die Messergebnisse sind zusammen mit Hinweisen zur Ordnung und Sauberkeit sowie weiteren Verhaltensregeln am Strand in Schaukästen an allen drei Standorten einzusehen.
Seit 1987 Jahren wird die „Blaue Flagge“ als internationales Umweltsymbol in der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Dass der 1. Kunsthandwerkermarkt 2011 in Warnemünde gerade am sogenannten Vatertag stattfindet, ist reiner Zufall. Vielleicht kaufen gerade die Väter einmal ein Geschenk für ihre Frauen. Der Kunsthandwerkermarkt findet traditionell von 11 Uhr bis 18 Uhr am Warnemünder Leuchtturm statt. Jeweils zweimal im Monat bieten die Kunsthandwerker ihre Produkte an. Rund 25 Künstler aus Mecklenburg sind an den Markttagen dabei. Interessant dürfte der Markt am Leuchtturm besonders für Touristen, Tagesbesucher und auch Kreuzfahrtpassagiere sein.
Es war das vorläufig letzte Containerschiff, das von der Nordic-Warnowwerft ausgeliefert wurde. Das Schiff ging an die Hamburger Hammonia Reederei. Ursprünglich wurde der Containerriese durch die Reederei Laeisz bestellt. Etwa 100 Schiffbauer waren in den letzten Monaten für die restliche Fertigstellung des Schiffes notwendig. Wie der russische Werfteigner Witali Jussufow mitteilte, will sich die Werft jetzt auf neue Baubereiche spezialisieren. So unter anderen auf den Bau von Konverterplattfomen für Offshore Windparks.
Eine bemerkenswert große Armada von Segelschiffen aller Art wird zur 21. Hanse Sail vom 11. bis 14. August in Rostock und Warnemünde erwartet. Zur Hanse Sail 2011 haben sich nicht weniger als 250 Oldtimer der Meere avisiert. Angesichts dieser enorm großen Beteiligung werden den Organisatoren die Liegeplätze langsam knapp. Mit der „Krusenstern“, 114 m lang, und der „Sedov“, 117 m lang, erwartet die Hanse Sail die größten Segler der Welt. Nach längerer Unterbrechung wird auch wieder die französische Trikolore in Rostock zu sehen sein. Die „Notre Dame des Flots“ hat sich avisiert. Auch ein Nachbau der berühmten „Bounty“ wird an der Warnow zu sehen sein.
Ihre Masten ragten hoch über Warnemünde – das russische Segelschulschiff „Sedov“ konnte dieser Tage kaum jemand übersehen. Entsprechend groß war am letzten Wochenende die Anziehungskraft für Besucher. In aller Ruhe konnte das Schiff besichtigt werden. Wer etwas russisch beherrschte, stellte den Matrosen seine Fragen. Auf Englisch funktionierte das noch besser, da viele der Kadetten der englischen Sprache mächtig sind.
Die „Sedov“ weist eine Länge von 117,5 m auf. Die Breite beträgt 14,5 m und die Masten weisen eine Höhe, von der Wasserlinie gemessen, 58 m. auf. An den 4 Masten können 4.152 m² Segel gesetzt werden. Damit kann im Bestfall eine Geschwindigkeit von 18 Knoten erreicht werden. Die „Sedov“ nimmt auch in diesem Jahr an der Hanse Sail 2011 in Rostock teil. Ihr Liegeplatz befindet sich dann am Warnemünder Passagierhafen.
Für den 1. Juli (!) 2011 ist die Sanierung der nördlichen Alexandrinenstraße angekündigt. Neues Straßenpflaster soll verlegt werden, und im gleichen Zuge werden auch die unterirdischen Kabel und Rohrleitungen erneuert. Eine Arbeit, die viel Feingefühl von den verantwortlichen Managern erfordert. Zum Beispiel hat das Bauamt gefordert, dass die Bürgersteige 1,25 m breit werden sollen. Wer die heutige Straße sieht, wird bemerken, dass das gar nicht geht, da vor einigen Veranden der Gehweg nur 35 cm breit ist. Zum Glück hat das Denkmalamt auch ein Wörtchen mitzureden. So ist zu hoffen, dass eine Abrissaktion einiger Veranden nicht in Frage kommt. Auch um die restlichen Kastanienbäume machen sich die Bewohner dieser Straße ihre Sorgen.
Christi Himmelfahrt ist bei den Männern besser als Herren- oder Vatertag bekannt. Warnemünde war an diesem Tag immer ein beliebtes Ziel der Männer. Hier können die Herren sich in voller Größe der Gesellschaft zeigen und auch bewundern lassen.
Zwar hat sich in den letzten Jahren die Anzahl der mit einer Flasche Branntwein um den Hals und einer Fahrradklingel am Krückstock „geschmückten“ Männer reduziert, aber es gibt sie noch. Beliebte Anlaufpunkte sind die Ausflugslokale um das Ostseebad herum. Dazu zählen insbesondere das Forsthaus in Markgrafenheide, die Waldgaststätte Schnatermann am Breitling und das Gartenrestaurant Wilhelmshöhe. Sicherlich werden aber auch die kleineren Warnemünder Kneipen von vielen durstigen Vatertagsgästen heimgesucht. Sie fürchten, dass es zu Randalen kommen könnte.
Die Warnemünder Tourismuszentrale kann sich zu keiner Tageszeit über mangelnde Kundschaft beklagen. Dagegen beklagt sich in letzter Zeit des Öfteren mal die Kundschaft über die Öffnungszeiten der Tourismuszentrale. Jetzt in der Saison schließt sie zu früh ihre Pforten. Manch ein Feriengast kommt erst am Abend in Warnemünde an, sucht dann eine Unterkunft, und die Vermittlerin, die Tourismuszentrale, hat bereits geschlossen. Vielleicht gibt es telefonisch-organisatorische Möglichkeiten, dieses Manko auszugleichen.
Natürlich handelt es sich bei unserem Foto um keinen Wortfehler. Im Volksmund wird frisch gefangener und nicht ver- oder bearbeiteter Hering als „Grüner Hering“ bezeichnet. Dabei ist und war er zu keiner Zeit grün. Er hat auch keine grünen Gräten, wie zum Beispiel der Hornfisch. Grüner Hering ist einfach nur taufrisch.
… nun habe ich sie selbst erlebt, die Vulkanaschewolke aus Island. Das heißt, nicht direkt, es durfte ja nicht geflogen werden. Dafür bin ich aber um ein Erlebnis reicher geworden, und zwar Warten auf dem Flughafen von Palma. Als meine Frau und ich etwas müde und missgestimmt mitten in der Nacht um 3 Uhr unser Ferienhotel verließen, schien die Welt noch in Ordnung zu sein. Auch für den Flug nach Rostock-Laage. Alles OK! Dann kam die berühmte Aschewolke aus Island und der Luftraum über Laage wurde geschlossen. Wir richteten uns auf eine lange, lange Wartezeit ein. Noch wurden keine Schlafdecken von Air Berlin ausgeteilt, aber immerhin es gab Frühstücksbons. Sie reichten wertmäßig für ein langes Brötchen mit Schinken belegt sowie für eine Cola. Die Preise in den Transiträumen sind nicht niedrig.
Nun begann das Warten. Sitze in den Transitbereichen sind hart! Mein Steißbein begann zu schmerzen. Meine Frau fühlte sich pudelwohl, denn sie konnte in Ruhe alle Modezeitschriften studieren. Ich begann zu wandern. Wer den Flughafen Palma de Mallorca kennt, wird wissen, wie lang die Gänge zu den Gates, den Bahnsteigen der Flugzeuge, sind. Zuerst ließ ich mich vom Laufband durch den Flughafen transportieren. Das war keine reine Erholung. Ich begann die Strecken noch einmal von vorne, diesmal aber zu Fuß. Waren es 6 Kilometer oder 25? Den Schritten nach waren es 250 km. Erschöpft kam ich an meinem Wartesitz am Gate 38 wieder an. Hier stand immer noch zu lesen: Closed. Ich setzte mich, und mein Kreuz begann erneut zu schmerzen. Ruheliegen gab es nicht, und mein Steißbein signalisierte diesmal Schmerz hoch zwei. Also wieder wandern. Endlich nach 7 Stunden gab es am Videoinformator wenigstens eine neue Zeit für den Flug nach Rostock-Laage. Noch sechs Stunden, dann sollte es losgehen!
Tatsächlich, die Abfahrtszeit stimmte. Im Flieger musste ich dann noch einmal 2 ½ Stunden sitzen! Rostock-Laage freute sich, als wir ankamen, und wir auch. Unser Flieger war der Aschewolke entronnen! Dann kam die nächste Hiobsbotschaft. Durchfall in Norddeutschland. Ein Glück, ich war verstopft. Wir hatten während der letzten 14 Tage auch keine spanischen Gurken gegessen. Zu Hause eine positive Feststellung: Ich hatte während der letzten 14 Tage nicht zugenommen. Trotz verführerisch-hervorragender Speiseangebote. Am nächsten Tag schaute ich mich in Warnemünde um, und siehe da, die Männer, die an der Bahnhofsbrücke arbeiteten, reparierten immer noch. Sie hatten scheinbar den Langsam-Arbeitsgang eingeschaltet. Mitten in der Saison! Ich war entsetzt. Aber eines tröstete mich, so viele Shoppingbuden wie in den mallorkinischen Badeorten, gibt es in Warnemünde nicht. Und wir schimpfen immer über die vielen Boutiquen in unserem Seebad. Es sind nicht zu viele! Und noch etwas unterscheidet uns von Mallorca: Am Warnemünder Strand gibt es keine Rollex-Uhren und Supersonnenbrillen zu kaufen.
Das meint aber nur am Rande, Ihr sehr braun gerösteter Warnemünder Gerhard Martens