Warnemünder Bier auf dem Vormarsch

„Teilzeit-Brauer“ Henry Gidom nimmt seine neuen Gärtanks in Empfang.„Teilzeit-Brauer“ Henry Gidom nimmt seine neuen Gärtanks in Empfang.03. April 2017

Die Nachfrage für das Warnemünder Craft Beer, Hoppen un Molt, steigt unaufhörlich. Sie ist mittlerweile so groß, dass Selfmade-Brauer Henry Gidom Anfang des Jahres eine größere  Gewerbeeinheit mit Probierraum und Direktverkauf in der Fritz-Reuter-Straße 24 angemietet hat, um den Bedarf zu decken. Von 2.100 Litern im Vorjahr will er hier seine Produktion auf 10.000 Liter steigern. Das klappt natürlich nur mit größeren Lagerkapazitäten für die acht verschiedenen Malzsorten – etwa eine Tonnen wurde allein in der vergangenen Woche angeliefert – und größeren Tanks. Am Freitagvormittag erreichten deshalb vier 240- und ein 120-Liter Edelstahl-Gärtanks das Ostseebad. Ebenfalls neu: eine 200-Liter Brauanlage, angeliefert aus Ofterdingen in Baden-Württemberg. Am Wochenende wurde das neue Equipment fleißig installiert und die Produktion kann starten.

2014 eröffnete Henry Gidom – damals noch Hobby-Brauer – auf nur zwölf Quadratmetern Fläche seine Mikrobrauerei im Warnemünder Technologiepark (DWM berichtete). Mittlerweile ist aus dem Hobby längst eine Berufung geworden. Folgerichtig hat der Historiker und Lektor beim Hinstorff-Verlag seit April nur noch eine halbe Stelle und an den anderen Tagen wird Bier gebraut. „Es macht unheimlichen Spaß, ein eigenes Geschäft aufzubauen und auf eigene Rechnung zu arbeiten“, sagt der 39-Jährige, der selber einschätzt: „Wenn ich es jetzt nicht mache, dann nie!“

Mit den Nachbarn hatte er bislang keinen Stress. „Sie sind eher neugierig und Geruchsbelästigungen minimiere ich mit einer Entdampfungsanlage“ erklärt der Warnemünder. Der Abverkauf in der Fritz-Reuter-Straße 24 soll höchstwahrscheinlich erstmals am Ostersonntag und dann voraussichtlich immer Freitag und Sonnabend für ein paar Stunden stattfinden.

Hauptabnehmer für Hoppen un Molt sind die Genusswelt am Kirchenplatz, Dit und Dat, das Restaurant Zum Stromer, die Klönstuv in der Seestraße. Gern wäre Henry Gidom mit seinem handgemachten Bier in noch mehr Kneipen und Restaurants präsent. Das ist jedoch gar nicht so einfach, weil sich viele Gastronomen mit langfristigen Verträgen an Großbrauereien gebunden haben.



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06.04.2017 um 11:59 Uhr
Rüdiger Falke: Ich trage mich mit dem Gedanken, nach Warnemünde zurückzukehren (ich bin hier geboren). Dies ist ein Grund mehr. Dieses Bier werde ich auf jeden Fall kosten!