Warnemünde: Baubeginn für neue Sturmflutschutzwand

Minister Till Backhaus (r.) und Bauunternehmer Claus Wieben beim symbolischen ersten Spatenstich zum Neubau der Sturmflutschutzmauer am Alten Strom.Minister Till Backhaus (r.) und Bauunternehmer Claus Wieben beim symbolischen ersten Spatenstich zum Neubau der Sturmflutschutzmauer am Alten Strom.16. Januar 2018

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich gab Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus gestern Vormittag den Startschuss für den Bau einer neuen Sturmflutschutzwand am südlichen Alten Strom von Warnemünde. Diese Baumaßnahme des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALUMM) ist wichtiger Bestandteil des Sturmflutschutzsystems für Warnemünde.

Am Südende des Alten Stroms entsteht eine Ufermauer aus Stahlspundwänden, verbunden mit einer Kaitragplatte aus Stahlbeton. Das Besondere daran: Bei Bedarf lässt sich die Mauer in den kommenden Jahren noch aufstocken. „Damit wird erstmalig an der mecklenburgischen Ostseeküste ein Sturmflutschutzbauwerk in modularer Bauweise errichtet“, unterstreicht der Minister.

Ganze fünf Zentimeter höher als die knapp 50 Jahre alte und dringend erneuerungsbedürftige  Konstruktion soll die neue Sturmflutschutzwand in der ersten Ausbaustufe werden. Damit liegt die Oberkante des Bauwerks bei 2,75 Meter über Normalnull. Es soll Wasserständen bis zu 2,50 Metern über Normal standhalten. Geht man von der aktuellen Annahme über einen Anstieg des Meerwasserspiegels von 50 Zentimetern in 100 Jahren aus, wäre im Jahr 2060 eine Aufstockung des Konstruktes notwendig. In einer zweiten Ausbaustufe könnte die Mauer dann auf 2,95 Meter erhöht werden um Wasserständen bis 2,70 Metern Paroli zu bieten. „Kommende Generationen können damit flexibel auf höhere Wasserstände reagieren“, so Backhaus weiter.

Die neue Sturmflutschutzwand ist etwa 500 Meter lang. 500 Tonnen Stahl werden für die Spundwand, bestehend aus 500 Spundbohlen von jeweils neun Metern Länge verbaut. Etwa 1.600 Kubikmeter Beton und 300 Tonnen Bewehrungsstahl werden benötigt und etwa 180 Betonmodule von zwei mal zwei Metern und 30 Zentimetern Dicke verwendet. Bund und Land investieren dafür insgesamt 9 Millionen Euro aus dem nationalen Förderfonds „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“. Mit der Bauausführung ist die Firma Claus Wieben beauftragt. Die Fertigstellung ist im Sommer 2019 geplant.

Das Projekt – erste Planungen erfolgten bereits 1999 – wird in den kommenden Jahren mit zwei weiteren Großvorhaben vervollständigt: Zunächst soll im Zusammenhang mit dem Bahnhofsumbau der Lückenschluss auf der Mittelmole erfolgen, bevor der letzte Teilabschnitt vom Bahnübergang Werftanschlussgleis bis nach Groß Klein realisiert wird.

Der gesamte Bereich zwischen Warnemünde und Groß Klein ist sowohl von der Ostsee als auch vom Alten und Neuen Strom und vom Breitling her überflutungsgefährdet. „Deshalb ist Handlung geboten, schließlich kann Warnemündes Stadtgebiet bei extremen Sturmfluten, wie 1872 passiert, fast vollständig überflutet werden. Hier geht es um die Sicherheit und das Leben der Menschen vor Ort“, mahnt der Minister. Zum Sturmflutschutzsystem gehören auch die vorausgegangenen Dünenverstärkungen in Warnemünde West, der Einbau eines geotextilen Damms vor dem Best Western Hanse Hotel sowie Erhöhungen der Straßen Am Passagierkai, Am Bahnhof und der Werftallee.  

Foto: Fa. Wieben



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