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Viele Zoo-Geschenke für den 800. Stadtgeburtstag

Zoodirektor Udo Nagel (r.) und der Bereichsleiter Tierpflege, Thomas Holst, gaben heute Einblicke in den Backstagesektor der Quallenzucht, hier mit etwa zwei Monate alten Gepunkteten Wurzelmundquallen.Zoodirektor Udo Nagel (r.) und der Bereichsleiter Tierpflege, Thomas Holst, gaben heute Einblicke in den Backstagesektor der Quallenzucht, hier mit etwa zwei Monate alten Gepunkteten Wurzelmundquallen.02. Februar 2018

Ein Jahr vor seinem eigenen 120. Geburtstag startet der Rostocker Zoo voller Zuversicht in das 800. Jubiläumsjahr der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. „Das größte Geschenk an die Rostocker und Gäste unserer Stadt wird die Neueröffnung des Polarium im Spätsommer sein“, sagte Zoodirektor Udo Nagel. „60 Jahre nach der Eröffnung der historischen Bärenburg 1958 schaffen wir somit wieder einen besonderen Ort, an dem sich nicht nur die Rostocker und ihre Familien gerne treffen und erinnern.“

Trotz raumgreifender Bauarbeiten für die neue Heimstätte der Eisbären und Pinguine durften sich die Zoomitarbeiter im vergangenen Jahr über 608.311 Besucher freuen. Die Baustelle an der alten Bärenburg ist noch ganz in den Händen der Handwerker. Gleichzeitig läuft die Planung des Tierbestandes für das Polarium auf Hochtouren, damit sich alle neuen Bewohner auch pünktlich zur Eröffnung eingelebt haben. „Die Zuordnung der zwei oder drei Eisbären erfolgt nach den strengen Vorgaben des Europäischen Verbandes der Zoos und Aquarien (European Association of Zoos and Aquaria - EAZA) und des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP)“, weiß Kuratorin Antje Zimmermann. „Die Abstimmungen sind bereits fortgeschritten.“ Zusätzlich zu den Eisbären und einer Kolonie Pinguine werden für die vier Aquarien und zwei Zylinder diverse Fischarten, ein Krake, Seeanemonen, Langusten, Röhrenwürmer und Schwämme organisiert. Die Quallenzucht im Darwineum ist bereits für den Besatz der neuen Kreisel im Polarium eingestellt. „Insbesondere die Planung der Tiertransporte aus diversen Zoos weltweit und die anschließende Integration in den neuen Lebensräumen nimmt viel Zeit in Anspruch“, so Antje Zimmermann. Aktuell beherbergt der Rostocker Zoo rund 4.000 Tiere in 380 Arten aus allen fünf Kontinenten. Mit großer Spannung und Freude wird der Nachwuchs bei den Orang-Utan-Weibchen erwartet; bei Dinda in den nächsten Tagen und bei Nachbarin Miri im späten Frühjahr. Optimistisch schauen die Tierpfleger auch auf die Baumkängurus und die Zwergflusspferde. „Wir gehen in diesem Jahr wieder von etwa 80 bis 100 Jungtieren aus, unter anderem bei den Wapitis, Wisenten, Trampeltieren, Pferdeantilopen sowie bei vielen Vogel- und kleineren Affenarten.“

Auf einen weiterhin milden Wetterverlauf hoffen die Arbeiter auf der Polarium-Baustelle. „Aktuell liegen wir im Plan“, so Zoodirektor Udo Nagel, „so dass einer Eröffnung im Spätsommer oder Herbst nichts im Wege stehen sollte.“ Das Richtfest ist für den 4. Mai geplant.  Das Gebäude für die Pinguintechnik sowie der Rohbau des Pinguinbeckens und des Kellergeschosses sind fertiggestellt. Am Besucherzentrum werden momentan die Streifenfundamente für den Aquaristik-Bereich gesetzt. Die Arbeiten an den Bruthöhlen und Ställen der Pinguine haben ebenfalls begonnen.
Bislang wurden 600 Meter Grundleitungen verlegt, 400 Tonnen Bewehrungsstahl und 154 Betonmischerladungen verarbeitet, wobei eine Mischerladung acht Kubikmetern Beton entspricht. „Nach und nach nimmt die Anzahl der unterschiedlichen Gewerke auf dem Baufeld zu und die Ausstellungsplaner können es gar nicht erwarten, ihr neues Reich auszugestalten und mit Leben zu erfüllen“, so Udo Nagel.
Weiter gebaut wird auch im Café Tordalk. Bisher wurden allein durch den Rostocker Zooverein mehr als 100.000 Euro in den Umbau des ehemaligen Cafés investiert. Hergerichtet sind inzwischen die Quarantäneställe für Vögel im Backstagebereich, die ehemaligen Gasträume als Winterquartier der Pfauen sowie die Besucherschleuse, von der die beiden Innenräume seit Weihnachten einsehbar sind. Im laufenden Jahr ist die Erweiterung mit einer begehbaren Außenvoliere für die Roten Ibisse geplant. Neben den Roten Ibissen werden nach dem Umbau verschiedene Vogelarten Mittel- und Südamerikas im Café Tordalk untergebracht.

Dank einer Förderung der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung werden zu den bestehenden Spielstationen neue Orte zum spielerischen Lernen im Zoo errichtet. Die ersten drei Stationen, ein Fledermaus-Memory, ein Insektenhotel und ein Drehwürfelspiel „Heimische Bäume“, können bereits Ostern in Beschlag genommen und getestet werden. Es folgen vier weitere Spielstationen, die im Laufe des Jahres dazu kommen: Mix max „Heimische Pflanzen“, ein Puzzle „Wer wohnt denn hier“, eine Hörstation Singvögel sowie ein Drehkasten „Einheimische Tiere“.

Ebenfalls im Frühjahr wird ein neuer Abenteuerspielplatz eröffnet. Mit Unterstützung von Scanhaus Marlow „ankert“ schon bald das Forschungsschiff Fram des legendären Polarforschers Fridtjof Nansen in unmittelbarer Nähe des Polarium und lädt Kinder zum Spielen und Entdecken ein.

Auch im Veranstaltungsbereich sind neben den Klassikern wie Zoofest, Landeszootag, Jazznacht, Artenschutztag und Zuckertütenfest wieder neue Formate entwickelt worden. So findet zu Ostern die Aktion „800 Jahre Rostock – 800 Osterhasen für den Zoo“ und am 1. und 2. April erstmalig eine „Tierische Olympiade“ mit der Gesundheitskasse AOK statt.

Passend zum Jubiläum der Stadt Rostock feiert auch die Klassik-Nacht des Zoos einen runden Geburtstag. Unter dem Motto „Best of – Das Beste aus 20 Jahren Klassik-Nacht“ lädt der Zoo Rostock am 15. Juni zum Jubiläumskonzert ein. Zum vierten Mal gibt sich der australische Dirigent Nicholas Milton die Ehre und geht gemeinsam mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock und den Zuhörern auf eine kleine musikalische Zeitreise durch die Geschichte der Klassik-Nacht. Am 13. Juli machen die Festspiele MV Station im Zoo und am 29. September lockt der nächtliche Zoo mit Tieren, Lichtern und Magie.

Foto: Joachim Kloock/Zoo Rostock



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