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Erblasser ermöglichen weitere Neubauten für Seenotretter

Dr. Helmut Elsner legt unter den Augen von DGzRS-Inspektor Carl Göner (li.) eine Zehn-Euro-Gedenkmünze von 2008 zum 50. Geburtstag des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ in eine Sektion des Seenotrettungsbootes SRB 73 ein. Elsners 2016 verstorbener Vater, Gerhard Elsner, hatte die Seenotretter in seinem Nachlass großzügig bedacht und damit maßgeblich zur Finanzierung des Neubaus beigetragen.Dr. Helmut Elsner legt unter den Augen von DGzRS-Inspektor Carl Göner (li.) eine Zehn-Euro-Gedenkmünze von 2008 zum 50. Geburtstag des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ in eine Sektion des Seenotrettungsbootes SRB 73 ein. Elsners 2016 verstorbener Vater, Gerhard Elsner, hatte die Seenotretter in seinem Nachlass großzügig bedacht und damit maßgeblich zur Finanzierung des Neubaus beigetragen.11. April 2018

In Rostock an der Ostsee gebaut, in Düsseldorf am Rhein getauft und auf der Kieler Förde im Einsatz: Mit der SRB 73 wurde heute bei Tamsen Maritim in Gehlsdorf ein ganz besonderes Seenotrettungsboot gemeinsam mit einem baugleichen Schwesterschiff auf Kiel gelegt. Noch vor seiner Indienststellung wird das Spezialschiff der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eine ungewöhnliche Reise antreten. Die Seenotretter planen nämlich, es auf der weltgrößten Wassersportmesse „boot“ in Düsseldorf zu taufen.

Einer Seenotretter-Tradition folgend wird der Name von SRB 73 natürlich erst im Moment der Taufe bekanntgegeben. Fest steht allerdings bereits, wer über die Namensgebung bestimmt: Der Ende 2016 verstorbene Gerhard Elsner hat die Seenotretter großzügig in seinem Nachlass bedacht und damit den Schiffsneubau erst möglich gemacht. Elsner selbst war begeisterter Segler und sein Sohn Helmut legte einer Schiffbautradition folgend heute eine Zehn-Euro-Münze „50 Jahre Gorch Fock“ in eine Sektion des Seenotrettungsbootes ein. Geplant war eigentlich eine Gedenkmedaille mit dem Porträt des Erblassers. Diese wurde jedoch nicht rechtzeitig fertig und wird später einen Ehrenplatz an Bord des Schiffes finden.   

Für das Schwesterschiff SRB 74 übernahm Sabine Preiß, Mitarbeiterin in der Seenotretter-Zentrale, das Einlegen der Münze. Sie hinterlegte eine Zehn-D-Mark-Gedenkmünze von 1989, aufgelegt zum 800. Hamburger Hafengeburtstag. Denn: Auch SRB 74 wird aus einem Nachlass finanziert – ein machte den Neubau möglich. „Für beide zweckgebundenen Erbschaften sind wir sehr dankbar. Sie versetzen uns in die Lage, unseren Besatzungen moderne Schiffe mit einem Höchstmaß an Sicherheit für ihre nicht selten gefahrvollen Aufgaben an die Hand zu geben“, betont DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler.

Nicht nur die Tatsache, dass sich die Seenotretter ausschließlich aus Spendengeldern finanzieren, macht jeden DGzRS-Neubau zu einer Besonderheit. Die Taufe des gut zehn Meter langen Seenotrettungsbootes mit interner Bezeichnung SRB 73 soll während der 50. „boot“ in Düsseldorf vom 19. bis 27. Januar 2019 erfolgen. Die Einheit wird in diesem Zeitraum auch den Besuchern zugänglich sein. „Wir freuen uns sehr über diese besondere Bootstaufe zu unserem Messejubiläum als Zeichen der Verbundenheit der Gemeinschaft der Wassersportler mit der starken Gemeinschaft ‚ihrer‘ Retter auf Nord- und Ostsee“ sagt Petros Michelidakis, Direktor der „boot“ in Düsseldorf.

Anfang 2019 wird SRB 73 in Kiel Schilksee die 2003 gebaute Walter Rose ablösen, die dann zur Ausbildungsstation Neustadt i.H. wechselt. Von den insgesamt 25 Freiwilligen der Kieler Station kamen elf zur heutigen Kiellegung nach Mecklenburg-Vorpommern. Über die vorgesehene Stationierung von SRB 74 im Frühjahr 2019 hat die DGzRS noch nicht entschieden.

Beide heute auf Kiel gelegten Spezialschiffe gehören zu einer 10er-Serie, die bei Tamsen Maritim in Auftrag gegeben wurde. Es handelt sich um den sechsten und siebten Neubau. Erst im November 2017 fand in Warnemünde die Taufe der baugleichen SRB 69 statt. Das 10,1 Meter lange Schiff heißt jetzt Nimanoa, wurde ebenfalls im Sinne eines Erblasser-Ehepaars benannt und ist inzwischen für die Station Damp im Einsatz.

Foto: DGzRS – Die Seenotretter



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