Endlich: Warnemünde bekommt Landstromanschluss

Gestern wurde ein „Letter of Intent“, eine Absichtserklärung zum Bau eines Landstromanschlusses im Kreuzfahrthafen Warnemünde unterzeichnet. Federführend ist dabei Aida Cruises. Die Rostocker Reederei steuert das Ostseebad mit AIDAdiva und AIDAmar im kommenden Jahr 45 Mal an. Beide Schiffe sind bereits für die Abnahme von Landstrom vorgerüstet.Gestern wurde ein „Letter of Intent“, eine Absichtserklärung zum Bau eines Landstromanschlusses im Kreuzfahrthafen Warnemünde unterzeichnet. Federführend ist dabei Aida Cruises. Die Rostocker Reederei steuert das Ostseebad mit AIDAdiva und AIDAmar im kommenden Jahr 45 Mal an. Beide Schiffe sind bereits für die Abnahme von Landstrom vorgerüstet.12. September 2018

Gute Nachrichten für Warnemünde: Der Landstromanschluss kommt! Das teilte Hansjörg Kunze, Sprecher von Aida Cruises, gestern Abend vor dem Warnemünder Ortsbeirat mit. Eine Absichtserklärung, ein so genannter Letter of Intent, wurde am Nachmittag im Beisein von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Oberbürgermeister Roland Methling, Aida Präsident Felix Eichhorn und Rostock Port Geschäftsführer Jens Scharner unterzeichnet.

„Die beiden ab Warnemünde verkehrenden Schiffe AIDAdiva und AIDAmar sind technisch bereits vorgerichtet und wir übernehmen jetzt die Endausrüstung“, informiert Kunze, der Landstrom als eine sinnvolle Unterstützung im Kampf gegen Lärm- und Schadstoffemissionen sieht. Als tragfähige Lösung für die Zukunft verweist der Aida-Mitarbeiter allerdings auf die mit Flüssigerdgas (LNG=Liquefied Natural Gas) betriebenen Dual Fuel Motoren, mit denen die am 31. August getaufte AIDAnova unterwegs ist.

„Seit acht Jahren kämpfen wir um den Landstromanschluss und sind froh, dass sich endlich etwas bewegt“, sagt der Beiratsvorsitzende, Alexander Prechtel. Mag sich auch die Investition für die Anlage niemals rechnen, so kann der laufende Betrieb durchaus kostendeckend sein und Warnemünde profitiere in jedem Fall. „Es ist keine Wirtschaftlichkeitsrechnung sondern eine Zukunftsentwicklung“, befindet auch Chris Müller-von Wrycz Rekowski, Rostocks Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung, der Aida seinen ausdrücklichen Dank ausspricht: „Ohne sie wäre es nicht gegangen.“ Von Seiten der Stadtwerke gab es bereits ein „GO“ – die Stromversorgung an Bord sei kein Problem und in Warnemünde würden auch nicht die Lichter ausgehen. Die genauen Kosten für den Bau der Anlage stehen noch nicht fest, sollen aber durch Stadt und Land getragen werden. Die Rechnung des Stromversorgers geht direkt an die Reedereien.

Noch ist allerdings fraglich, wie viele Schiffe den Landstromanschluss in Warnemünde nutzen werden. Aida Cruises ist bislang die einzige Reederei, die Interesse zeigt. Neun von zwölf Schiffen der Kussmundflotte sind für Landstrom vorgerüstet.  AIDAperla und AIDAprima nutzen bereits LNG zur Energieversorgung in vielen Mittelmeerhäfen. Nun der Landstromanschluss im Heimathafen – das  Unternehmen avanciert damit zum Innovations-Pionier.

Die Vorreiterrolle der Aida-Reederei könnte sich positiv auf Image und Marketing der ganzen Branche auswirken. „Warnemünde will keinen Venedig-Effekt, denn die Kreuzschifffahrt hat auch viele gute Seiten“, attestiert abschließend der Beiratsvorsitzende. Schon in zwei Jahren, 2020, soll die Anlage in Betrieb genommen werden.

Im Kreuzfahrthafen Hamburg gibt es bereits einen Landstromanschluss. Dafür investierte die Stadt 10 Millionen Euro. Am Hamburg Cruise Center Altona zapfte AIDAsol in diesem Jahr 22 Mal Landstrom und stellte die Motoren während der Liegezeit aus. Der Betrieb der Anlage sei kostendeckend. Weitere Landstromanschlüsse entstehen derzeit in Kiel und in der Hamburger Hafencity.



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