Um bei der 22. Sail dabei zu sein, haben bereits eine Woche vorher zahlreiche Segel- und Motoryachten die Warnow angesteuert. Sie sicherten sich damit rechtzeitig einen der begehrten Liegeplätze am Alten Strom, an der Mittelmole und im Yachthafen Hohe Düne. In diesem Jahr werden besonders viele Sportyachten erwartet.
Bisher wurden die Fahrtensegler vom Wetter nicht gerade verwöhnt. Daher lassen sie sich in diesem Jahr lieber von den Shows der segelnden Windjammer unterhalten. Natürlich nehmen auch die Sportyachten an der großen Seglerparade am Sonnabend von Rostock nach Warnemünde und auf der Ostsee teil.
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… dann würde der Besucheransturm an Karls Pier 7, dem Neuen und Alten Strom etwas entschärft von statten gehen. Die Hanse Sail ist längst die beliebteste maritime Veranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern. Davon profitieren aber auch die Anrainerländer. Die Hotels in der Hansestadt und in Warnemünde sind längst ausgebucht. Wer noch bestimmte Zimmerwünsche hat, muss schon im Umfeld suchen. Warnemünde erwartet den größten Ansturm des Jahres.
Um den Besucherstrom etwas einzudämmen, sollte Sonnenschein herrschen, dann befinden sich die meisten Besucher am Strand ohne etwas von der Sail zu verpassen. Von hier aus kann man die Höhepunkte, die Seglerparade und abends das Feuerwerk, am besten beobachten. Strandkörbe in der ersten Reihe dürften dann erfahrungsgemäß schon etwas teurer sein.
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Alle Stamm-Hanse Sail-Besucher werden die Verkehrsumleitung für Fußgänger und Radfahrer bereits kennen. Diese Maßnahme ist seit Jahren unbedingt notwendig, da der 110jährige Bahnhofstunnel in keinster Weise das Verkehrsaufkommen zur Hanse Sail bewältigen kann. Aus diesem Grund gibt es eine Fußgänger-Einbahnstraße.
Alle, die vom Passagierhafen kommen, müssen einen kleinen Umweg über den WIRO Parkplatz nehmen. Der Weg aus der Stadt zum Hafen und zum Bahnhof erfolgt auf der Bahnhofsbrücke einspurig. Eine Spur führt in die Stadt, die andere durch den Tunnel zum Passagierhafen. Besonders kritisch wird die Situation am Sonnabend, wenn drei Kreuzliner, davon ein Luxussegler, in Warnemünde liegen und die Seglerparade durch den Seekanal erfolgt. Steigern kann sich die Lage noch am Abend, wenn das große Abschlussfeuerwerk auf der Ostmole in den Himmel steigt.
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Die historischen Kanonen unter dem Leuchtturm sind eine Erinnerung an schwere Tage der Besetzung im späten Mittelalter. Warnemünde war einst das Tor zur Hansestadt Rostock und stand bei den Schweden und Franzosen hoch im Kurs.
Hier am Leuchtturm standen die Kanonen aber nie. Sie mögen aus der Schweden- oder Franzosenfestung weiter südlich stammen. Mittlerweile brauchen sie auch nichts mehr verteidigen und sind zum Spielgerät der heutigen jungen Generation geworden. Durchaus gebrauchsfähige historische Kanonen werden jedoch alljährlich zum Empfang der Segler zur Hanse Sail verwendet. Allerdings ohne Kugeln – es werden einfach Böllerschläge mit Schwarzpulver in die Luft geschossen. Diese sind je nach Windrichtung über ganz Warnemünde zu hören.
Ein kleines Unwetter zog am vergangenen Wochenende über Warnemünde hinweg. In den Abendstunden hatte sich eine schmale Schlechtwetterfront gebildet, die mit heftigem Regen über das Seebad hinweg zog. Innerhalb weniger Minuten waren die Straßen überflutet. Die Straßenabflüsse schafften die Wassermengen einfach nicht.
Da das Regengebiet jedoch so schmal war, kam es zu keinen anhaltenden Überschwemmungen. Die Niederschlagsdauer war überschaubar. Viele Badegäste warteten das Ende einfach in ihren Strandkörben ab. Danach setzte sich das Badeleben am Strand fort.
Ein Bild, dass sich die Tourismusbranche, egal welcher Art, in Warnemünde nicht wünscht: Leere Liegestühle und leere Strandkörbe! Obwohl sich die letzte Woche von ihrer attraktiven Seite zeigte, zogen immer wieder kleine Ausläufer des Tiefs „Ursula“ (die heilige) über die Warnemünder Bucht hinweg. Dann zeigte sich zum Beispiel die beliebte Schusters Strandbar so, wie sie auf unserem Foto zu sehen ist. Alle Liegestühle und Kojen blieben unbesetzt. An sonnigen Tagen ist hier kaum ein freier Liegestuhl zu bekommen.
Nur noch eine Port Party steht auf dem Kreuzfahrtprogramm der Hafenentwicklungsgesellschaft Rostock und startet am 22. August bei einem Doppelanlauf. Die Port Party am 3. August erfreute sich bei den Feriengästen erneut großer Beliebtheit. An Karls Pier 7 war bereits am Nachmittag kaum noch ein Platz zu ergattern. Die Neugier der Besucher war groß, zumal gleich drei Cruiser die Warnowmündung angesteuert hatten. Die Empress musste leider mit dem Überseehafen vorlieb nehmen. Für drei Liner dieser Größe war die Kaikante in Warnemünde einfach zu kurz. Die AIDAsol und die Norwegian Sun machten derweil im Ostseebad fest.
Am Abend fand auf Karls kleiner Showbühne ein Unterhaltungsprogramm statt. Besonderen Beifall fand ein Rostocker Shantychor. Die obligatorischen Regenschauer trübten kaum die Stimmung. Das Feuerwerk konnte programmgemäß in den Himmel steigen und den letzten Liner des Tages verabschieden.
Das Duo BelCanto mit dem Jazzsänger Larry Harms und Tenor Peter Müller entführten am letzten Sonntag beim Kurkonzert in die musikalische Welt Italiens. Leider hatte gerade wieder eine Regenfront Warnemünde erreicht und störte mit anhaltendem Nieselregen das Konzert.
Trotzdem waren zahlreiche Zuhörer in den Kurhausgarten gekommen, um den temperamentvollen Gesängen zu lauschen und geizten auch nicht mit Beifall. Äußeres Kennzeichen dieser Freiluftveranstaltung waren die vielen Regenschirme.
Kein Kurdirektor oder Bürgermeister hat sie engagiert, die zahlreichen Straßenmusikanten. Vor dem Bahnhof, am Alten Strom und auf der Strandpromenade sorgen sie für mehr oder weniger hörbare Stimmung. Die verschiedensten Konzerte geben sie. Einige Musikanten, die dazu noch singen können, bieten gleich entsprechende CDs zum Verkauf an.
Wenn gute Musiker an der Arbeit sind, kommt es auch zu kleineren Straßenstaus. Auf der Bahnhofsbrücke wird es dann besonders kritisch, denn ein Stau ist nicht zu umgehen. Kleine russische Chöre sind immer mal wieder zu hören. Auf der Strandpromenade erfreuen die Musikanten ihre Zuhörer besser, da die Strandmauer zum Sitzen und Verweilen bestens geeignet ist.
Ganz im Gegensatz zur ESPERANZA auf dem Mittelmolenkopf erfreut sich diese weiße Statue keiner Beanstandung seitens der Rostocker Kulturbehörde. Dabei ist sie nicht einmal ein feststehendes Monument, wie die Bronzestatue. Ab und zu geht die Statue auch spazieren und raucht eine Zigarette. Vielleicht wird aber doch irgendwann einmal so eine richtige Stein- oder Goldstatue hier stehen. Wer eine solche Statue stiften will, sollte dies aber frühzeitig bei den Behörden beantragen.
Eine optisch hübsche Strandbar setzt sich im kulturellen Zentrum um den Leuchtturm immer gut in Szene. Nur sollte dafür ein standhaftes Hoch mit Sonnenschein über Warnemünde liegen. In diesem Sommer hatte die Zelt-Bar bislang keine großen Chancen, Kundschaft anzulocken. Auch wenn ein Drink dieser Marke auf den Barhockern nur drei Euro kostet.
So richtig wussten die Zuschauer am vergangenen Sonnabend nicht, was sie mit der Show auf der kleinen Bühne am Leuchtturm anfangen sollten. War es eine kirchliche Musikshow oder war es moderner Rock? „Gott erleben“ stand in großen Lettern auf dem Hintergrund der Bühne. Die Zuhörer hielten sich mit Beifall zurück. Einige Ankündigungen wurden in englischer Sprache gehalten. Für die Besucher jedenfalls war dieses Konzert kein Highlight.
Feriengäste fragen sich immer öfter, wo das inzwischen in ganz Deutschland bekannte a-ja Resort steht. Vom Leuchtturm bis zum Hotel NEPTUN ist davon nichts zu sehen. Genauso soll es nach dem Willen des Investors auch sein – ein Betonklotz, der kaum bemerkt wird! Inzwischen wird am Dach gearbeitet. Aus östlicher Sicht fallen beim Näherkommen die Überreste des ehemaligen Spaßbades Samoa auf. Hier entstehen demnächst auch die Innen- und Außenbecken, in denen bis zu 500 Personen schwimmen und baden können.
Bereits Ende August soll mit der interessanten Gestaltung der a-ja-Außenfassade begonnen werden. Im April wird dann alles fix und fertig sein. Seit geraumer Zeit können die Zimmer im a-ja Resort schon ab April 2013 gebucht werden.
Eine ganz neue Sitte hat sich nun auch in Warnemünde breit gemacht. Der „Junggesellenabschied“ vor der Hochzeit. Fast täglich sieht man in diesen Tagen junge Männer, die Abschied vom ungebundenen Junggesellenleben nehmen. Inzwischen sind es aber nicht nur die heiratswilligen Männer die Abschied nehmen, sondern auch junge Damen.
Mit einem Bollerwagen voller Getränke, nicht immer alkoholfrei, ziehen sie wie die männliche Spezies durch Warnemünde und feiern lustig. Wie bekannt wurde, gibt es bereits Unternehmen, die solche Feiern organisieren.
Für die Warnemünder ist die Budenmeile auf der Strandpromenade nicht immer nur schön. Für den Veranstalter der Rostocker Hanse Sail hingegen ist sie ein wahrer Segen, ein Geldsegen. Wie schon im vergangenen Jahr wird hier wieder eine „Erlebnismeile“ aufgebaut.
Lange Zeit wurde diese Promenadenmeile in der Öffentlichkeit kaum erwähnt. Die Organisatoren wollten kein Öl ins Wasser gießen, das heißt, die Warnemünder sollten nicht in Rage gebracht werden. Sie sind es, die sich vehement gegen die Verschandelung der Strandpromenade wehren. Doch die Organisatoren der Sail benötigen dringend die Einnahmen aus den Standgebühren des Budenzaubers. Auch am Seekanal befindet sich wieder eine „Erlebnismeile“. Ein Erlebnis wird ganz bestimmt eine Runde mit dem Riesenrad sein, das unmittelbar am Ort des Geschehens auf dem Areal der Mittelmole aufgestellt ist. Die Aussicht aus der obersten Gondel ist geradezu grandios und unbedingt empfehlenswert.
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In der Beethovenstraße befanden sich bis vor kurzem noch die Überreste einer freien Tankstelle. Vor fast 10 Jahren wurde sie aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Die Tankstelle gehörte einst dem Warnemünder Speditionsunternehmen Garbe & Söhne, das Anfang der 50er Jahre von der Rostocker Straße in die Beethovenstraße zwangsumgesiedelt wurde.
Die Tankstelle verwahrloste in den letzten Jahren total und entwickelte sich zu einem Schandfleck am Ortseingang. Jetzt gibt es einen Investor, der hier ein Haus für sechs Familien errichtet. Die Fertigstellung ist für 2013 angepeilt.
Eigentlich hätte das Stephan-Jantzen-Haus am Leuchtturm längst saniert sein sollen. Ein Informationszentrum der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger, kurz DGzRS, entsteht in diesem Gebäude.
Nach monatelangem Streit um den Abstand zum Nachbarhaus konnte endlich mit der Sanierung begonnen werden. Doch jetzt stellten die Sanierungsexperten fest, dass einige Bereiche des Hause, es ist fast 120 Jahre alt, vom Schwamm befallen sind. Dadurch verzögert sich die Fertigstellung erheblich. Gerade während der Hauptsaison ist die Baustelle an dieser exponierten Stelle ein Ärgernis. Die Baufirmen hoffen, dass das Haus am Leuchtturm 1 im Oktober seiner Bestimmung übergeben werden kann.
…die Sonne lockte in der letzten Woche täglich zehntausende Besucher nach Waremünde, doch wer da geglaubt hatte, stabiles Sommerwetter würde sich einstellen, der war irgendwie enttäuscht. Es herrschte eine Art Wetterroulette, welches scheinbar über den gesamten Sommer gespielt werden soll. Es gibt Gewinner und Verlierer. Das letzte Tiefdruckgebiet, welches unser Wetter beeinflusste, hieß „Ursula“, oder einfach „Uschi“. „Uschi“ war kreativ, jedenfalls in Warnemünde. Das kann ihr jeder Meteorologe bescheinigen. Mal strahlende Sonne, wie auf Mallorca, mal Regen und Dunst wie in London – nur eben in kürzeren Zeitabständen. Das scherte die vielen Besucher scheinbar gar nicht. Wenn die Sonne schien strömten sie zum Strand, wenn es regnete strömten sie in die Kneipen und Boutiquen. So waren die Strandkorbvermieter genauso befriedigt, wie die Badegäste. Und wie es heißt, ist dies ein ganz normaler Sommer mit all seinen Facetten.
Jetzt stehen die Sail-Organisatoren unter Hochspannung. Wird ihnen das Wetter einen Supererfolg bescheren? Man mag gar nicht weiterdenken. Technisch ist alles in Papier und Tüten. Die Sailors können kommen. Trotz Olympia in London! Eigentlich sollten die Olympischen Segelwettbewerbe vor Warnemünde stattfinden, wenn da nicht die Sachsen mit Leipzig als Hauptbewerber gepatzt hätten. Wer weiß, was dann aus Warnemünde geworden wäre? Die Episode gehört längst der Geschichte an und nur wenige erinnern sich noch an die Bewerbung. Mit dem Londoner Olympiamedaillensegen sieht es für Deutschland bis jetzt ziemlich mies aus. Bronze ist zum Edelmetall avanciert. Das muss wohl auch an der Eurokrise liegen. Ich schalte die abendlichen Olympiasendungen gar nicht mehr ein. Immer gewinnen die anderen! Wer hält das schon aus. Dann genieße ich lieber das abendliche Warnemünde.
Trotz der meteorologischen Kapriolen, gehören die Sonnenuntergänge zu den Attraktionen des Seebades. Vielleicht bei einem Campari Orange, einem Pina Colada oder einem schmucken Eisbecher. Warnemündes Restaurants, Cafés und Kneipen haben Hochkonjunktur, zumal jetzt die Bayern auch im Norden angekommen sind. Wir sind jetzt völlig international. Unzählige Kreuzfahrtpassagiere ziehen es vor, in Warnemünde zu bleiben. Das Sprachgewirr ist unüberhörbar. Englisch, spanisch, portugiesisch, holländisch, japanisch sind die gebräuchlichsten Sprachen. Einige Exoten gesellen sich noch dazu. Ein Glück, dass ich von meiner englischen Schulbildung vor 70 Jahren etwas behalten habe. So kann man auch mal eine Auskunft erteilen. Aber es macht Spaß, mit der Welt live verbunden zu sein. Es braucht nicht immer das www-Internet zu sein! Ehrlich, wer hätte vor 20 Jahren daran gedacht. Und Warnemünde ist weiterhin auf dem Vormarsch zu einem der bekanntesten Seebäder. Sylt kann uns kaum noch das Wasser reichen, nur die V.I.P.’s halten die Insel im Gespräch. Bald heißt es: Wer gesehen werden will, fährt nach Warnemünde!
Das meint heute wenige Stunden vor der 22. Hanse Sail in Warnemünde und Rostock, Ihr Warnemünder Gerhard Martens.