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Warnemünder Abend zu Paraffinen im Meer

Reines Paraffin ist nicht giftig. Man findet jedoch auch ungereinigtes Paraffin, das durch Begleitstoffe belastet sein kann. Außerdem stellt es für Meerestiere eine Bedrohung dar, da es - auf dem Meer treibend - von ihnen für Nahrung gehalten und gefressen werden kann. Als kaum verdaulicher Stoff sättigt es die Tiere, die so Gefahr laufen, trotz Reines Paraffin ist nicht giftig. Man findet jedoch auch ungereinigtes Paraffin, das durch Begleitstoffe belastet sein kann. Außerdem stellt es für Meerestiere eine Bedrohung dar, da es - auf dem Meer treibend - von ihnen für Nahrung gehalten und gefressen werden kann. Als kaum verdaulicher Stoff sättigt es die Tiere, die so Gefahr laufen, trotz "vollem Magen" zu verhungern.05. September 2017

Ölklumpen am Strand gehörten noch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts zu den alltäglichen Ärgernissen der Urlauber. Dank intensiver Kontrollen hat sich das glücklicherweise gebessert. Dafür finden wir heutzutage immer häufiger ein anderes Mineralölprodukt an unseren Stränden: Paraffin. Im Alltag als Kerzenwachs bekannt, befindet es sich jedoch auch in anderen Konsumgütern sowie in Kosmetikprodukten oder Pharmazeutika. Chemisch betrachtet handelt es sich um Gemische aus höheren gesättigten Kohlenwasserstoffen. Sie sind sehr zähflüssig, verklumpen bei niedrigen Temperaturen und treiben im Wasser auf. Im Meer stammen sie beispielsweise aus bislang legalen Tankwaschungen von Schiffen, die „rohes“ oder aufgereinigtes Paraffin als Massengut transportieren.

Reines Paraffin ist nicht toxisch. Man findet jedoch an den Stränden auch ungereinigtes Paraffin, das durch Begleitstoffe belastet sein kann. Insgesamt ist es trotzdem deutlich weniger giftig als Mineralöl. Für Meerestiere stellt es jedoch eine Bedrohung dar, denn das auf dem Meer treibende Paraffin kann von ihnen für Nahrung gehalten und gefressen werden. Als kaum verdaulicher Stoff sättigt es die Tiere, die so Gefahr laufen, trotz „vollem Magen“ zu verhungern. Zudem verklebt die Substanz das Gefieder von Seevögeln. Auch hat Paraffin das Potenzial, Schadstoffe aus der Meeresumgebung aufzunehmen und aufzukonzentrieren.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat das Problem erkannt und diskutiert inzwischen eine Neubewertung von Paraffin. In diesem Zusammenhang wird an Methoden gearbeitet, die Verursacher von Paraffinverschmutzungen ausfindig zu machen.

Am Donnerstag, den 7. September, wird Michaela Schafberg vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg, in ihrem Vortrag „Zwischen Bernstein und Ambra – Strandfunde von Paraffinen und ihre Herkunft“ darüber berichten.

Die Veranstaltungen findet im großen Vortragssaal des Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), Seestraße 15, in Warnemünde statt. Beginn ist 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Copyright: VBR /Foto: EHBZ



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