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Warnemünder Abend im IOW: "Wie klingt ein Wurm"

Und so sieht ein Bäumchenröhrenwurm ohne Röhre aus. Quelle: M. BuschmannUnd so sieht ein Bäumchenröhrenwurm ohne Röhre aus. Quelle: M. Buschmann22. August 2017

Nein, der marine Geologe Mischa Schönke versucht sich nicht als Dr. Doolittle, wenn er nach den Klängen eines Wurms sucht. Es geht ihm vielmehr um die Kartierung des Meeresbodens mithilfe von Akustik. Dieses Verfahren ist nicht neu – Unterwasser-Sonare kommen seit vielen Jahren in der Marine, bei Rohstoffsuche oder in der Forschung zum Einsatz. Was den Geräten bislang jedoch nicht gelang, war die Unterscheidung unterschiedlicher Bewuchs- oder Besiedlungsarten. Und so werden heutzutage zum Beispiel die ökologisch wertvollen Seegraswiesen immer noch aufwändig mit Forschungstauchern oder Videoschlitten ausgemessen. Dabei wollen die Umweltämter dringend wissen, ob die Fisch-Kinderstuben in der Fläche abnehmen oder nicht.

Mischa Schönke und die Arbeitsgruppe Geophysik am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) wollen die Erfassung nun mit einer neuen Methode deutlich vereinfachen und haben dafür ein neues Verfahren entwickelt. Es kombiniert modernste Unterwasser-Laser-Scan-Technik mit akustischen Systemen.

Ein idealer Proband ist der in Nord- und Ostsee beheimatete Bäumchenröhrenwurm. Er kann ganze Riffe bilden, indem er Sedimente zu bäumchenartigen Gebilden verklebt. Diese Wurmgebilde verkörpern bestens den Übergang zwischen geologischen und biologischen Oberflächen am Meeresgrund. Aber welche Rolle spielt der Wurm bei der Kartierung des Meeresbodens und wie funktioniert das akustische Kartieren von Wurmriffen? IOW-Wissenschaftler Mischa Schönke wird diese Fragen in seinem Vortrag am Donnerstag, den 24. August, beantworten. Und wie Unterwasserakustik generell funktioniert, wird er dabei auch gleich noch erläutern.

Mit seinem Vortrag „Wie klingt ein Wurm?“ hat Mischa Schönke in diesem Jahr den Kommunikationswettbewerb „Rostock's Eleven“ gewonnen. Er konnte die Jury sowohl mit seinem Thema als auch mit seiner Vortragsart überzeugen.

Die Veranstaltung findet im großen Vortragssaal, Seestraße 15, erreichbar über den Haupteingang des Instituts am Kurpark, statt. Beginn ist 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Foto: Matthias Buschmann, via Wikimedia Commons (User: M.Buschmann)



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