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Warnemünde: Werften wollen Kapazitäten erweitern

Der Werftenstandort Warnemünde rüstet auf. Schon bald sollen hier Sektionen für riesige Pötte entstehen.Der Werftenstandort Warnemünde rüstet auf. Schon bald sollen hier Sektionen für riesige Pötte entstehen.14. Juni 2017

Über gleich zwei gigantische Schiffbauhallen-Projekte auf den in Warnemünde angesiedelten Werften Neptun und MV Werften, hatte gestern Abend der Ortsbeirat zu befinden.

Um eine Erweiterung der Montagehalle 8a ging es auf der zur Meyer Papenburg gehörenden Neptun Werft. Das Vorhaben wurde schon Anfang November vorgestellt und positiv verabschiedet. Gestern ging es um eine Verlängerung des Baukörpers in Richtung Pier um 40 auf insgesamt 180 Meter. Es bleibt bei einer Firsthöhe von 60 Metern. Die größere Fläche wird benötigt, weil sich auch die Dimensionen der hier für Meyer Papenburg zu fertigenden Maschinenraum-Sektionen von ursprünglich 120 auf 140 Meter Länge vergrößert haben. „Um Emissionen für Warnemünde zu vermeiden und wetterunabhängig arbeiten zu können, planen wir mit einer größeren Halle, in der sich alles abspielt“, wirbt Neptun-Geschäftsführer Raimon Strunck für das Vorhaben. Der Warnemünder Ortsbeirat ist überzeugt und nimmt den Antrag einstimmig an.

Noch gewaltiger geht es auf der benachbarten MV Werft Rostock zu. Zur Dünnblechbearbeitung und Paneelfertigung für die Star Cruises Global Class ist hier ein Werkhallenneubau mit knapp 25.000 Quadratmetern Nutzfläche und zweigeschossigem Büroanbau geplant. Die 342 Meter langen und 46 Meter breiten Kreuzliner mit 2.400 Passagierkabinen an Bord sollen nach Aussage von MV Werften-Projektleiter Rico Gindler zu 85 Prozent in Warnemünde entstehen. Das Baufeld für die gigantische Halle 11 ist 390 Meter lang und bis zu 96 Meter breit, aber ragt nur etwa 25 Meter in die Höhe. Der Abbruch einer Tankstelle, ehemaliger Gebäude, Hallen und Gleisanlagen sowie von Teilen des Heizwerkes ist bereits erfolgt. Ebenso die Umverlegung der Medien und Baugrunduntersuchung. „Wegen Altlasten im Boden muss dieser ausgetauscht werden“, informiert Christian Schulz zum beteiligten Planungsbüro Inros Lackner. Die Halle entsteht auf 3.000 Bohrpfählen, die nicht in den Boden gerammt, sondern mittels Vollverdrängungsbohrpfahl-System in das Erdreich getrieben werden. Bei diesem Verfahren werden die Pfähle hydraulisch in den Boden gedrückt und gedreht. „Die Lärmimmission ist sehr gering und Sie werden davon kaum etwas mitbekommen“, versichert Gindler. Auch während des Betriebes versucht MV Werften die Lärmbelästigung zu minimieren. So setzt man auf Lichtbänder im Dach anstatt Fenster in der Fassade, die südlich  Anordnung der Hallenbelüftung und ein vernünftiges Logistikkonzept. Auch dieses Projekt bewertet der Ortsbeirat einhellig positiv.

Erst vor kurzem hatte das Gremium der mit 70 Millionen Euro veranschlagten Umgestaltung des alten Werftbeckens zugestimmt. Rechnet man die 38 Millionen Euro Bausumme für die beiden Schiffbauhallen hinzu, stehen in Warnemünde Bauvorhaben von über 100 Millionen Euro im Raum. „Ich hoffe sehr, dass die Stadt Rostock mitzieht. Für die entstehenden Arbeitsplätze brauchen wir bezahlbaren Wohnraum und einen funktionierenden Mobilitätsplan“, so der Beiratsvorsitzende Alexander Prechtel.

Foto (Archiv): Günther Rausch



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