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Warnemünde: Mittelmolen-Beschluss vor dem Aus?

Hinter den Kulissen will die Rostocker Stadtverwaltung offenbar den Bürgerschaftsbeschluss zum Bebauungsplan Mittelmole kippen.Hinter den Kulissen will die Rostocker Stadtverwaltung offenbar den Bürgerschaftsbeschluss zum Bebauungsplan Mittelmole kippen.09. August 2017

Aus gegebener Veranlassung rückt die Mittelmole erneut in den Fokus des Warnemünder Geschehens und sorgte auf der gestrigen Ortsbeiratssitzung für viele interessierte Besucher. Kurzfristig wurde das Thema noch auf die Tagesordnung gesetzt. „Wir haben die begründete Vermutung, dass das kommunale Wohnungsunternehmen (Wiro) und die Stadtplaner derzeit mit Hochdruck an der Änderung des Bürgerschaftsbeschlusses für die Mittelmole (MiMo) vom Oktober 2014 arbeiten. Ein internes Planungsdokument aus einer Gesprächsrunde vom 13. Juli 2017 ist zu uns durchgesickert“, sagt Heiko Schulze, Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Alter Fährhafen Warnemünde. 

In dem Dokument ist weiterhin von einem Hochhaus-Quintett die Rede. Drei der fünf achtgeschossigen Hochhäuser im Norden der Mittelmole sind für Wohnen vorgesehen. Ein weiteres soll als neues Hotel entstehen und dann wäre da noch das Wirotel im ehemaligen Scandlines-Gebäude. Auch die Wohnbebauung im südwestlichen Teil der Mittelmole ist nicht vom Tisch. Die geforderte Maximal-Gebäudehöhe von drei bis vier Geschossen und die Beachtung der Sichtachsen sollen ebenfalls umgangen werden. „Wir wollen weder eine Insellösung noch ein ‚Groß Klein Nord‘, sondern eine maßvolle Entwicklung der Mittelmole“, unterstreicht Schulze.       

Dass in Sache MiMo dringender Handlungsbedarf besteht, sieht auch der Warnemünder Ortsbeirat so. Dazu wurde einstimmig ein Beschluss gefasst, in dem es heißt: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, den Beschluss der Bürgerschaft vom 1. Oktober 2014 – 2014/AN/0070 – nunmehr zügig umzusetzen.“ In der Begründung bezieht sich der Vorsitzende, Alexander Prechtel, auf die festgelegten Eckpunkte für die Erarbeitung des Bebauungsplans Mittelmole. Diese seien eindeutige Vorgaben und in keiner Weise lediglich ein unverbindlicher Prüfauftrag. Das hat zuletzt im November 2015 auch der Präsident der Bürgerschaft, Dr. Wolfgang Nitzsche, eindeutig dargelegt. Seit nunmehr drei Jahren hat der Oberbürgermeister den Bürgerschaftsbeschluss missachtet und vielmehr in einer internen Beratung am 13. Juli 2017 unmissverständlich erklärt, dass er nicht bereit sei, die darin enthaltenen Vorgaben auch umzusetzen.

Bei den Warnemündern sorgte das Vorgehen des Oberbürgermeisters für Unverständnis: „Der Bürgerschaftsbeschluss war ein eindeutiger Dienstauftrag an die Stadtverwaltung und wir fühlen uns veralbert. Das ist der Tod eines jeden Demokratieverständnisses“, ist Heiko Schulze sicher.

Foto: Günther Rausch



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