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Stadt lotet Standorte für Parkgaragen aus

Das neu eröffnete Parkhaus am Molenfeuer mit 725 Stellplätzen hat die prekäre Parksituation in Warnemünde deutlich entschärft. Das neu eröffnete Parkhaus am Molenfeuer mit 725 Stellplätzen hat die prekäre Parksituation in Warnemünde deutlich entschärft. 11. August 2017

Endlich! Nach mehreren missglückten – weil nicht wahrgenommenen – Einladungen stellte der Leiter des Amtes für Verkehrsanlagen, Heiko Tiburtius,  am Dienstag im Ortsbeirat den Sachstand zum Parkraumkonzept Warnemünde vor. Genauer gesagt handelte es sich gar nicht um ein echtes Konzept, sondern lediglich um eine neutrale Standortuntersuchung zu möglichen Parkhäusern und Tiefgaragen im Ostseebad mit herausgearbeiteten Vor- und Nachteilen.

Elf mehr oder weniger attraktive Standorte wurden im Rahmen einer Ortsbegehung untersucht und die Ergebnisse anschließend in Steckbriefen zusammengefasst. Erste zählbare Ergebnisse bietet das erst kürzlich eröffnete Parkhaus am Molenfeuer mit 725 Stellflächen – es ist optimal für Ortsbesucher und eignet sich wegen der guten ÖPNV-Anbindung zudem für Badegäste. Sehr hoch in der Gunst des Amtsleiters steht der Standort Am Passagierkai, gelegen im Hafenbereich zwischen Kreuzfahrtkai und Gleisen: „Wir würden es begrüßen, dass auf der Mittelmole recht bald ein mehrgeschossiges Parkhaus errichtet wird“ so Tiburtius. Zielgruppe für diese Variante wären vorrangig Kreuzfahrttouristen, aber auch Einheimische, Pendler und Ortskernbesucher. Fraglich ist allerding, ob hier in den kommenden Jahren etwas passiert, denn die Bahn hat schon angekündigt, das Areal als Lagerfläche für den anstehenden Umbau des Bahnhofs nutzen zu wollen. Ein sechsgeschossiges Parkhaus an dieser Stelle mag sich wegen der zerstörten Silhouette ohnehin kaum einer der Anwesenden vorstellen und man präferiert stattdessen eine Tiefgarage.

Ein echtes Ärgernis für die Warnemünder stellen die ebenfalls ins Kalkül gezogenen Standorte „Seepromenade Ost“ (Dünenparken am Leuchtturm) und „Seepromenade West“ (Dünenparken westlich des Hotel Neptun parallel zum Strandweg) dar. All die offensichtlichen Vorteile, wie die große Kapazität, die Eignung für (fast) alle Nutzergruppen und die durchaus charmante Idee, dass all die Autos unter den Dünen verschwinden könnten, wiegen die Nachteile, nämlich nicht absehbare Natur- und Umweltschutzprobleme, die An- und Abreise mitten durch den Ortskern, sowie die Tatsache, den Parksuchverkehr wieder mitten rein in den Ort zu ziehen, nicht auf. Der Ortsbeirat ist deshalb auch gegen alle Parkhäuser, die dazu führen, den Verkehr durch den Ort zu führen. Der Warnemünder Hansi Richert erinnert an die Zeit vor 20 Jahren: „Ich gehörte damals zu denjenigen, die um ein ökologisches Verkehrskonzept für Warnemünde gerungen haben. Maßgabe war eine verkehrsarme Gestaltung des Ortskerns. Stattdessen haben wir noch viel mehr Blech hinzubekommen. Dünenparken hat hier wirklich nichts zu suchen.“

Vor allem an heißen Sommertagen, an bestimmten Feiertagen oder zu Großveranstaltungen wird es sehr eng in Warnemünde. Parkdruck und Parksuchverkehr sind dann im Ortskern und in Strandnähe  massiv. Die Lebens- und Aufenthaltsqualität wird dadurch erheblich beeinträchtigt. Schon in den Jahren 2013/14 wurde deshalb das Büro PGN aus Kassel mit einer Analyse des Parkraumes und einem Entwurf für ein zukunftsfähiges Parkraumkonzept beauftragt. Danach sollen Tagesbesucher, Pendler und Kreuzfahrt-Touristen – so, wie auch in anderen internationalen Tourismus-Hochburgen üblich – ihre Stellplätze am Ortseingang finden. Ob und wie viele Parkhäuser überhaupt noch notwendig sind, ist fraglich. Die heute vorhandenen Kapazitäten werden nur zu den genannten Spitzenzeiten ausgelastet.



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12.08.2017 um 13:30 Uhr
limalo: Besonders die letzten beiden Sätze Ihres Artikels sind aussagekräftig.
Volle Zustimmung !