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Rostock Port stellt Hafenentwicklungsplan 2030 vor

Welche Auswirkungen hat der Hafenentwicklungsplan 2030 für Warnemünde? Analysen und Prognosen stellte der Leiter Strategische Entwicklung und Grundsatzfragen bei der Rostock Port GmbH, Thomas Biebig, am Dienstag im Ortsbeirat vor.Welche Auswirkungen hat der Hafenentwicklungsplan 2030 für Warnemünde? Analysen und Prognosen stellte der Leiter Strategische Entwicklung und Grundsatzfragen bei der Rostock Port GmbH, Thomas Biebig, am Dienstag im Ortsbeirat vor.10. August 2017

Soviel ist sicher: Damit der Hafenstandort Rostock im Wettbewerb auch künftig bestehen kann, muss er sich den verändernden Ansprüchen anpassen. Dazu sind langfristig verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich. Alle Warnemünde tangierenden Fakten des Hafenentwicklungsplans der Hansestadt Rostock 2030 (HEP) stellte der Leiter Strategische Entwicklung und Grundsatzfragen bei der Rostock Port GmbH, Thomas Biebig, am Dienstagabend im Warnemünder Ortsbeirat vor.

Die Abfertigungen für Kreuzfahrtschiffe erfolgen aktuell vorrangig an den Liegeplätzen P7 und P8, für kleinere Tonnagen an P 1 bis 6 sowie in Ausnahmefällen, und wenn in Warnemünde gar nichts mehr geht, im Rostocker Seehafen.

In einer Stärken-Schwächen-Analyse zeigte Biebig die Vor- und Nachteile des Standortes auf: Die Attraktivität der Destination durch die Nähe zu Berlin und dazu viele regionale Ausflugsziele stehen eindeutig auf der Haben-Seite. Ebenso das gute Preis-Leistungsverhältnis, das relativ sichere Fahrtgebiet Ostsee und die gelungene Kooperation mit dem Flughafen Rostock-Laage. Negativ bewerten muss man die begrenzte Seezufahrt – neuste Schiffe sind zum Teil 350 Meter lang – die noch unzureichende Infrastruktur sowie die fehlenden Linienflugverbindungen. Sich ergebende Chancen für den Standort sieht Rostock Port in der stetig wachsenden Beliebtheit der Kreuzfahrt als Reiseform schlechthin, dem steigenden Anteil der Passagierwechsel und der Entwicklung des alten Werftbeckens – hier soll in den kommenden Jahren ein Mehrzweckhafen mit weiteren Liegeplatzkapazitäten entstehen. Der Hafenexperte ist sich allerdings auch der Risiken bewusst, so zum Beispiel die verringerte lokale Akzeptanz durch das sensible Wohnumfeld und Umweltbelastungen durch Schadstoffemissionen. Er rechnet vor, dass um wettbewerbsfähig zu bleiben, künftig sogar fünf Kreuzfahrtliegeplätze mit einer mittleren Länge von 359 Metern und einem Tiefgang von elf Metern notwendig wären. „1985 waren Kreuzfahrtschiffe durchschnittlich 135 Meter lang und hatten 510 Passagiere an Bord. Schiffe, die ab 2016 in Dienst gestellt werden haben eine durchschnittliche Länge von 300 Metern und beherbergen 3.060 Passagiere“ verdeutlicht Biebig die Größenentwicklung von Kreuzfahrtschiffen.

Und er wagt auch eine – für so manchen Zuhörer haarsträubende – Prognose zur Kreuzfahrtnachfrage in 2030: Danach rechnet man mit maximal 258 Schiffsanläufen und 932.000 Gästeabfertigungen pro Jahr. Die verfügbaren Terminalkapazitäten sind in Warnemünde danach nicht ausreichend: „Kiel und Kopenhagen schafften neue Kapazitäten und sind Rostock damit schon voraus.“ So kann die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins immerhin 96 Prozent und Kopenhagen sogar die gesamte bis 2020 in Fahrt kommende Tonnage abfertigen.

Der Stratege Biebig sieht aber auch Entwicklungspotenziale für den Rostocker Kreuzfahrthafen von morgen: die Entwicklung eines Großschiffsliegeplatzes P12 am Werftfahrwasser, zusätzliche Logistikflächen für LKW und Busse, das neue Terminalgebäude P8, die Verschiebung der Fährtasche in Richtung Norden zur Verlängerung des Liegeplatzes P7, vergrößerte Abfertigungsbereiche und die bereits in Planung befindliche Vertiefung des Seekanals. Für den Kreuzfahrthafen Warnemünde stellt er einen zusätzlichen Flächenbedarf von etwa sieben Hektar dar.         



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