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Ehe für alle auch in Warnemünde

Schon im April hatten sich Kathrin Plaschke und Daniela Janussek für die Zeremonie einer eingetragenen Lebenspartnerschaft in Warnemünde angemeldet. Daran, dass es die Schon im April hatten sich Kathrin Plaschke und Daniela Janussek für die Zeremonie einer eingetragenen Lebenspartnerschaft in Warnemünde angemeldet. Daran, dass es die "Ehe für alle" geben würde, mochten sie zu dem Zeitpunkt nicht glauben. (1 weiteres Bild)06. Oktober 2017

Für Kathrin Plaschke, Daniela Janussek und das Rostocker Standesamt war heute ein ganz besonderer Tag: Sie trafen sich in der Alten Warnemünder Vogtei zur ersten Hochzeit gleichgeschlechtlicher Paare in der Hansestadt.

Nach dem offiziellen Start am 1. Oktober 2017 ist die Ehe für alle damit im Ostseebad angekommen. Besonders ist nicht nur das Brautpaar an sich, sondern auch die Tatsache, dass die 46jährige Landschaftsgärtnerin Kathrin Plaschke aus Brandenburg und die 47jährige Ergotherapeutin Daniela Janussek aus Berlin gerade Warnemünde als geeigneten Ort für ihre Hochzeit gewählt haben. „Als echte Ossis haben wir hier sozusagen Schwimmen gelernt und waren in Jugendzeiten an der Ostsee oft nur mit Zelt und Schlafsack unterwegs. Für uns war es damit nur folgerichtig, in Warnemünde auch zu heiraten“, sagt Daniela Janussek, die zudem noch familiäre Bindungen nach Rostock hat. Den heutigen Tag wollen die beiden Damen natürlich ganz besonders gestalten, und zwar mit einem Besuch in der Neptun-Grillbar: „Auch das hat Tradition: Die Broilerbar eröffnete 1971, in meinem Geburtsjahr. Gemeinsam mit meinen Eltern bin ich dort schon als Kind gern eingekehrt. Die Vorliebe für knusprige Grillhähnchen mit Blick auf die Ostsee teilt glücklicherweise auch meine liebe Frau“, bekennt lächelnd Kathrin Plaschke. Für beide Damen gehört ein Besuch der Neptun-Grillstube von jeher zum Pflichtprogramm eines jeden Warnemünde-Besuchs. Ihre große Dankbarkeit möchten die Frischvermählten am heutigen Tag gegenüber allen engagierten Vorreitern zum Ausdruck bringen: „Couragiert haben sie für mehr Offenheit und Toleranz in der Gesellschaft  gekämpft!“      

Schon seit 2001 können sich gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland als eingetragene Lebenspartnerschaften registrieren lassen. „Nach einem verhaltenen Start machten in Rostock davon immerhin 200 Paare Gebrauch, im Jahr 2015 waren es allein 22“, weiß  Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski, Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung, der dem Hochzeitspaar persönlich seine Aufwartung machte. Aktuell haben beim Rostocker Standesamt sieben gleichgeschlechtliche Paare Interesse für eine „echte“ Eheschließung angemeldet – fünf von ihnen lebten zuvor als eingetragene Lebensgemeinschaft und gehen jetzt einen Schritt weiter. Insgesamt werden beim Rostocker Standesamt gut 1.000 Ehen pro Jahr geschlossen – Tendenz steigend.



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